Caleena

Theo W. Stern

ISBN: 978-3-928905-14-5
Seitenzahl: 146
Verarbeitung: Hardcover, Fadenheftung
Preis: 2,50 EUR

Fantasy-Roman, editionX - Band 1, 12x18 cm, Umschlagzeichnung von Lars Groeger
Homepage Theo W. Stern


Leseprobe
Sie erwachte aus ihrem Schlaf, der ihr unendlich lang erschien, auf der Spitze des Berges. Sie blickte umher, blickte auf eine grüne Sonne, die langsam mit braunem Schimmer über weite tote Wälder zog.
Trunken noch vom Schlaf saß sie da und lauschte dem leisen fernen Klang, der ihren Schlaf unterbrochen hatte. Sie mußte lange lauschen ehe sie es erneut vernahm, dieses Geräusch; und als sie es wieder hören konnte, erfüllte es ihr Herz mit einem tiefen Gefühl des Glückes. Nicht nur der letzte Rest ihrer Schläfrigkeit verschwand, auch das Leid und die Angst vor der Tat, die sie durch ihr Erscheinen begangen hatte war gegangen, durch dieses ferne Gewimmer, das so wenig mit Leid und Tod zu tun hatte.
Mit Schreien war sie eingeschlafen, mit einem Schrei wachte sie wieder auf.
Der Klagelaut eines sterbenden Volkes war es gewesen, der ihre Träume durchzogen hatte und sie so lange in diesen Träumen festgehalten hatte, der Schrei, der sie nun wieder zum Leben holte war der erste Schrei eines Neugeborenen. Still horchte sie noch einmal, der Schrei war kein Schmerz, das war ein Ton des Lebens, und dieser Ton machte Caleena glücklich wie lange nicht.
"Die Welt ist also nicht ganz gestorben", dachte sie sich als sie sitzend auf die Wälder, deren Pflanzen sich bereits wieder zu erholen begannen, und blickte auf das erregende irisierende Lichtermeer, das die sinkende Sonne zu ihrem Abschied an diesem Tage als Geschenk hinterließ. Weit blickten ihre Augen und Sinne und auch das erfreute sie noch viel mehr als die glitzernde Lichterflut, die sich in bläuliche Dämmerung verwandelte.
Sie sah überall auf de Welt wieder Leben, Tiere, Pflanzen, roch das Feuer der Menschen, hörte das Singen der Vögel und das Zirpen flügeliger Insekten, tastete das Atmen der jungen Bäume; dies alles zauberte ein leises Lächeln auf ihre Lippen und ein helles Lächeln in ihr Herz.
Still rannen ihr Tränen der Freude über die Wangen, als sie von der Spitze des mächtigen Berggipfels stieg, einer neuen Welt entgegen, die aus einer toten wiedergeboren war.
Heimlich schlich sie durch die Gassen eines kleinen Dorfes und bleib ungesehen vor dem "Fenster" einer kleinen Behausung stehen aus der gelbliches Licht fiel. Aus dieser Kammer kam der Schrei, in diesem Zimmer lag das Neugeborene an der Brust seiner erschöpften Mutter und trank seine erste Mahlzeit in seinem jungen Leben. Feierlich fast, prägte sich Caleena diese kleine Gestalt in ihr Gedächtnis, als wäre dies ihr eigenes Leben.


Rezension Penthouse
Science Ficktion. Caleena heißt das schöne Meeromädchen, und sie muss sich auf die Suche nach einem Kristall begegen, der das Gleichgewicht des Planeten Sath erhält. Caleena findet ihn nach vielen Abenteuern. Fazit: Für alle Trekkies ein Muss. Penthouse, 3 von 5 erreichbaren Punkten

Rezension Freundeskreis Anderwelt
Geeignet für eine kurzweilige Bahnfahrt. Nämlich eine kurzweilige Geschichte zur Unterhaltung. Um ein Elfenmädchen, das ausgesandt wurde den "fünfflächigen" Kristall zu retten, um mit ihm auch ihre Welt zu retten. Wieder einmal soll eine vermeintlich verlorene Welt vor dem Absturz in den Abgrund gerettet werden. Mag Herr Stern seine Queste um das "Meeromädchen" Caleena, welches ins All ausgesandt wird, den Kristall zu heilen, auch als Parabel auf unsere wirkliche Welt, die sich zweifellos ebenso am Rande des Abgrunds befindet, verstanden wissen. Schiesst er doch gelegentlich über das gesteckte Ziel der Erzählung hinaus und bereitet dem einen oder anderen Leser sicherlich Mühe, dem unbedingten Willen des Autors zum Phantastischen auch Folge leisten zu können. Starke Anleihen im Grundkonzept der Geschichte an den Jim-Henson-Film "Der dunkle Kristall" sind unübersehbar. Auch mag in Ansätzen "Der kleine Prinz", wenn nicht sogar das klassisch, mythische Epos von Homers "Odysee" Pate gestanden haben. Ist doch auch die Odysee die Ur-Queste der Weltliteratur, an dessen "Such-Finde-und-damit-errette"-Konzept sich schon kein Geringerer als J.R.R. Tolkien messen lässt, wie auch Michael Endes "Unendliche Geschichte". Dennoch ist Theo W. Sterns bis auf wenige Ausrutscher handwerklich solide geschriebenes Buch leichte Unterhaltung, mit dem Anspruch Esoterik mit Naturgeisterphilosophie zu verbinden. Michael Wilkens, Lübeck Newsletter Freundeskreis Anderwelt München Ausgabe 1, Frühjahr 2001

Rezension von Kai Huber alias Phrexen
Sie kam einen langen Gang entlang, der, so glaubte Caleena, unendlich viele Windungen haben mußte und gelangte am Ende in einen riesigen Raum, dessen runde Wandung durchbrochen war, von dem Rahmen eines mächtigen Portals. Erstaunt und voller Erfurcht bewunderte sie die Verziehrungen, die glitzernden Steine und schimmernden Zeichen, mit denen das Portal geschmückt war. Caleena, ein noch relativ junges Meroo-Mädchen wird vor den Rat der Elf Weisen gerufen. Für die Meroo von Sath, einem Planeten weit entfernt von dem uns bekannten Sonnensystem, ist es eine ganz besondere Ehre von den Ältesten berufen zu werden, da dies immer die Erteilung einer bedeutenden Aufgabe mit sich bringt. Selten werden so junge Meroo wie Caleena vor den Rat gerufen, was nur mit der Besonderheit der Aufgabe zusammenhängen kann. Tatsächlich geschieht ihr etwas Außergewöhnliches. Sie wird zum Oughee erwählt, ein Wesen das von den Ältesten erschaffen wird, einzig um das Gleichgewicht der beiden Sonnen von Sath aufrecht zu erhalten. Dazu benötigt der Rat aber noch einen mächtigen Kristall, der ins Weltall abgetrieben ist. Caleena folgt der Sur ihres Vorgängers, der zuvor ebenfalls ausgesannt wurde, den Kristall zu finden, aber nie zurückkehrte. Unterwegs trifft sie auf die unterschiedlichsten Kulturen und Lebewesen und immer wieder entdeckt sie unverkennbare Zeichen von Oughee Chim, ihrem Vorgänger. Trotz der Göttlichkeit und Särke ihres Wesens, ist sie doch extremen Gefahren ausgesetzt, oft auf die Hilfe neugewonnener Freunde angewiesen und auf der Flucht vor mächtigen Feinden. Der Autor Theo W. Stern wurde am 7. November 1960 in München geboren, dort wuchs er in einem ruhigen, damals noch provinziellen Stadtteil auf und ging dort zur Schule. Nach vollbrachter Schulzeit absolvierte er zuerst eine Lehre. Anschließend schlug er den zweiten Bildungsweg ein und schloß mit dem Abitur ab. Während dieser Zeit entdeckte er seine schon zu Lehrzeiten sporadisch aufgetauchte Liebe zum Schreiben. Damals schon war in ihm der Wunsch, eine Geschichte zu schreiben, der ein Traum zugrundeliegt, den er im Alter von 15 oder 16 Jahren mehrmals geträumt hatte: Den von einem grünen Mädchen mit langen weißen Haar. Doch erst der große Müßiggang, den er während langer Nachtdienste in seiner Wehrdienstzeit erlebte, ließen die Geschichte um Caleena wachsen. Auch in seinen darauffolgenden Studentenjobs als Taxifahrer, Kurier, Kirchenmalerhelfer und Postler ließ er keine müßige Minute ungenutzt zum Schreiben. Heute lebt er mit seiner Lebensgefährtin und ihren vier gemeinsamen Kindern in München. Caleena ist seine erste Veröffentlichung. Die Geschichte ist hauptsächlich mitreißend, spannend und gut erzählt. Die Idee, aus einem Traum einen Roman zu schreiben, spiegelt sich oft im Verlauf wieder. Caleena ist häufig ein Spielball von Träumen, Täuschungen und Visionen. Der Autor verbindet dezent Fantasy- und Sience Fiction-Elemente und gestaltet so einen ganz anderen Blick auf das Universum. Das Buch ist eigentlich leicht verständlich und spannend zu lesen, sofern man sich bei manchen Passagen genügend Zeit nimmt etwas zwischen die Zeilen zu spähen. Es kommt nämlich vor, daß sich die Erzählung in einem versähnlichen Schreibstil verläuft, der zu Anfang etwas irritiert, dann aber schnell zu einer interessanten Abwechslung wird. Trotz der Kürze von rund 160 Seiten beinhaltet die Geschichte eine unheimliche Vielfalt von Schauplätzen und Charakteren, die einfallsreich beschrieben, mehr oder weniger gewichtig am Verlauf von Caleenas Suche beteiligt sind. Wenn ich auch zu Anfang etwas kritisch eingestellt war, hat mich "Caleena" von Theo W. Stern, letztendlich doch gefesselt. Auf Grund des Außergewöhnlichen, bewerte ich dieses Buch mit 9 Punkten. Besprochen von: Kai Huber alias Phexren Seine Wertung: (9/10)