Schleswig-Holstein entdecken + erleben

Volker Schmidt

ISBN: 978-3-928905-75-6
Seitenzahl: 112
Verarbeitung: Broschur, 4-farbiger Umschlag
Preis: 12,90 Euro

Hallo, ich bin Bobbl!
Wie, ihr kennt mich nicht? Macht nichts, das wird sich ganz schnell ändern. Ich bin ein Schaf und was für eins.
Auf den ersten Blick sehe ich etwas unscheinbar aus, zugegeben, aber das täuscht gewaltig, denn ich bin ein Schaf von Welt.
Jetzt werdet ihr denken: „Was will denn das Schaf, steht nur auf der Wiese, frisst, döst und behauptet dann, es wär´ von Welt“. Das trifft vielleicht auf die meisten Schafe zu, aber nicht auf mich. Ich stamme aus dem alten Geschlecht derer von Bobbl. Wir waren schon immer Forscher und Entdecker.
Auch ich bin oft unterwegs mit meiner Freundin Sandra und ihrer Familie, den Schmidts. Da komme ich viel in der Weltgeschichte rum. Immer auf der Wiese stehen ist mir viel zu langweilig, und ich bin froh, dass ich meine Sandra habe, die mich immer mitnimmt. Wir haben uns 1999 getroffen, und seitdem sind wir unzertrennlich.
Eigentlich sind Sandra und ihre Familie sehr nett, was mich aber immer wieder ärgert, ist, dass es den Menschen eigentlich egal ist, wie ein so gebildetes Schaf wie ich die Welt sieht. Und wir Schafe sehen vieles anders. Jetzt habe ich mich entschieden, dass es Zeit wird, die Welt einmal aus der Sicht von uns Schafen zu zeigen.
Und damit das ganze auch für euch interessant wird, habe ich beschlossen, über meine Reisen, die ich mit Sandra und ihrer Familie gemacht habe, zu schreiben. So ist daraus ein kleiner Reiseführer geworden, der euch zeigt, welche Ecken der Welt wir Schafe lieben und was uns so gefällt. Dazu gibt es auch noch jede Menge Tipps.
Natürlich weiß keiner was davon. Ich hab´ immer nachts gearbeitet, wenn alle geschlafen haben. So ist mein erstes Buch auf Papa Schmidts PC entstanden und der hat nichts davon gemerkt. Da Sandra und ihre Familie den Norden lieben, geht es in meinem ersten Buch um Ausflüge in Schleswig-Holstein und die Nord- und Ostsee. So jetzt ist aber genug geblökt. Viel Spaß mit meinen Geschichten.

Hier finden Sie den neuen Bobbl-Flyer 2010



Leseprobe
Westerhever – viel Sand und ein Leuchtturm
Den ersten Ort, von dem ich euch berichten möchte, findet ihr an der Nordsee. Ja, ich weiß, ihr wollt das noch viel genauer wissen. Den Westerhever Leuchtturm, der eigentlich Leuchtturm Westerheversand heißt, findet ihr in Nordfriesland auf der Halbinsel Eiderstedt.
Wenn ihr von weiter her kommt, müsst ihr erst mal auf die B 5 (Bundesstraße 5). Dafür gibt´s verschiedene Möglichkeiten, je nachdem, woher ihr kommt. Um das genau herauszufinden, schaut doch mal im Autoatlas von Papa nach. Ein paar Kilometer vor Husum (von Süden) oder nach Husum (von Norden) geht es dann ab Richtung Oldenswort. Jetzt seid ihr schon auf der Halbinsel Eiderstedt. Hier gibt es viele Kühe und Pferde, die rechts und links der Straße auf der Weide stehen und es sich gut gehen lassen. Die machen das, was ich auch für mein Leben gern mache, grasen. Doch wenn man so wie ich viel unterwegs ist, kommt man halt nicht so oft dazu.
Das Land hier ist flach wie ein Brett. Das kommt vor allem daher, dass die Halbinsel Eiderstedt vor ein paar hundert Jahren zum Teil noch Meeresgrund war. Durch Deiche hat man das Land dann dem Meer wieder abgenommen. Manche Menschen sagen das Land wäre hier so flach, dass man schon am Mittwoch sehen könnte wer am Samstag zu Besuch kommt. Das ist doch zum Blöken oder?
In Oldenswort findet sich dann ein Wegweiser in Richtung Osterhever / Westerhever. Wenn euer Fahrer immer diesen Wegweisern folgt, kommt ihr irgendwann in den Ort Westerhever. Jetzt kommt´s drauf an, ob ihr zuerst zum Leuchtturm und (oder) zur Sandbank Westerheversand wollt oder der Magen knurrt. Im ersten Fall fahrt ihr durch Westerhever durch bis es nicht mehr weiter geht. Dort ist ein Parkplatz, auf dem man sein Auto abstellen kann. Kostet leider was, ist aber die einzige Parkmöglichkeit hier. Knurrt allerdings der Magen, kann ich euch den Kirchspielkrug empfehlen. Der ist links an der Hauptstraße und nicht zu verfehlen. Da werden alle satt und die haben dort auch eine große Karte für Kinder. Nur für mich gibt’s da mal wieder nix. Die sind halt nicht auf Schafe vorbereitet.
Bevor ihr vom Parkplatz losgeht, nehmt euch auf jeden Fall genügend zu essen und zu trinken mit. Gerade der Weg zur Sandbank strengt schon ein bisschen an. Da ist es dann prima, wenn man was mitgenommen hat. Wenn ihr (auch) zur Sandbank wollt, passt auf, dass dann auch Ebbe ist. Sonst ist das nicht so ohne und unter Umständen auch gefährlich.
Den Gezeitenkalender, in dem das alles drinsteht, gibt es bei fast allen Fremdenverkehrsämtern oder auch im Internet.
Vom Parkplatz aus geht es dann auf den Deich hoch. Von hier hat man (und Schaf) einen herrlichen Ausblick auf die Salzwiesen vor dem Deich und den Leuchtturm. Auf dem Deich sind immer viele Verwandte von mir unterwegs. Die halten den Deich in Ordnung, fressen das Gras ab und treten den Boden fest. Das sorgt dafür, dass der Deich auch einer Sturmflut standhalten kann. Da seht ihr mal, was für wichtige Jobs wir Schafe für die Menschen erledigen.
Vom Deich aus kann man entweder direkt zum Leuchtturm marschieren, zur Sandbank Westerheversand oder man macht beides. Jedenfalls muss man erst mal vom Deich herunter. Ein Stück rechts geht dann ein Weg durch die Salzwiesen in Richtung Strand und Sandbank. Die Wiesen hier heißen deshalb Salzwiesen, weil dort Pflanzen wachsen, die das Salz im Boden brauchen. Das Salz kommt in den Boden, wenn sie bei Sturmfluten immer wieder überspült werden. Auch kommt immer wieder Meerwasser bei Flut in die Gräben, die dort überall sind.
Aber wisst ihr was das Gemeinste an der ganzen Sache ist? All das leckere Grünzeug ist Naturschutzgebiet. Und das heißt für einen Feinschmecker wie mich: Fressen ist verboten! Manchmal sind die Menschen eben gemein zu uns Schafen.
Kurz bevor die Salzwiesen am Strand enden, zweigt ein Weg nach links ab in Richtung Leuchtturm. Der führt direkt zu dem auf einem Hügel stehenden rot geringelten Turm. Dieser ist 40 m hoch und schon seit über hundert Jahren in Betrieb. Damit der Leuchtturm nachts von weitem zu sehen ist, braucht man natürlich eine kräftige Lampe oben im Turm. Die im Westerhever Leuchtturm ist immerhin 2000 Watt stark und sein Licht kann man 22 nautische Meilen oder 40 km weit sehen.
Das mit der Farbe von Leuchttürmen ist auch so eine Sache. Wenn ihr mal aufpasst werdet ihr feststellen, dass es keine zwei Leuchttürme gibt, die gleich aussehen. Jeder ist irgendwie anders. Entweder haben sie eine andere Farbe oder die Ringe sehen anders aus. Das nennt man die Tagkennung eines Leuchtturms.
Aber auch nachts gibt es Unterschiede. Da werden die Leuchttürme durch die Blinkzeichen unterschieden. Ist eigentlich ganz schlau ausgedacht von den Menschen oder? Rechts und links neben dem Leuchtturm stehen zwei Häuser. Da haben früher die Leuchtturmwärter teilweise mit ihren Familien gelebt. So was braucht man heute nicht mehr. Der Leuchtturm wird heutzutage ferngesteuert.
Wer jetzt allerdings auf den Leuchtturm will, sollte sich für eine Führung angemeldet haben. Die Adresse, wo man das machen kann, findet ihr bei Bobbls Tipps zu Westerhever.
Mit etwas Glück kann man am Parkplatz im Andenkengeschäft auch noch Karten ohne Anmeldung bekommen. Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann geht auf jeden Fall rauf auf den Leuchtturm. Bis nach oben sind zwar 157 Stufen zu nehmen, aber die Aussicht von da ist einfach klasse. Man sieht im Süden St. Peter-Ording mit den Pfahlbauten, im Nordwesten die Insel Pellworm und hat einen tollen Ausblick über das Watt und die (leckeren) Salzwiesen. Mit viel Glück kann man im Westen sogar Helgoland sehen. Also nichts wie rauf auf den Turm und genießt die Zeit da oben!
Seid ihr wieder unten, könnt ihr entweder zurück zum Auto oder noch zur Sandbank Westerheversand laufen. Dazu geht ihr den Weg zurück, den ihr gekommen seid und dann vor zum Strand. Also ich war auf der Tour fast nicht mehr zu halten. All das leckere Grünzeug rechts und links vom Weg. Aber wie ich schon gesagt hatte, ist hier Fressen strengstens verboten und wenn einem das Wasser noch so im Mund zusammenläuft.
Am Strand zieht ihr eure Schuhe aus und tut mal was für die Füße. Laufen im Watt ist nämlich gesund und macht auch noch Spaß. Der Weg zur Sandbank ist durch Pfähle gekennzeichnet. Dort entlang geht es über den Wattboden raus. Auf der Sandbank steht ein Rettungsturm für Menschen, die nicht in den Gezeitenkalender reingeschaut haben. Man kann da allerdings auch rauf um die Aussicht auf Westerheversand und Pellworm zu genießen. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Wasser. Dort könnt ihr baden, einfach nur rumtollen oder auch Muscheln sammeln. Also Plastiktüte nicht vergessen!
Ich für meinen Teil genieße immer die Ruhe dort und legen mich gerne in die Sonne. Ihr solltet immer darauf achten, dass ihr gut mit Sonnencreme eingecremt seit. Man kriegt am Meer ganz schnell einen Sonnenbrand. Ich brauche so was natürlich nicht. Mein Fell hat selbstverständlich einen eingebauten UV-Schutz.
Zum Schluss noch ein wichtiger Tipp. Achtet darauf, dass ihr nicht zu spät zurück zum Deich lauft. Wenn die Flut so hoch gestiegen ist, dass der Rückweg schon unter Wasser steht, wird das sehr anstrengend oder sogar je nach Wetter gefährlich. Achtet auf den Gezeitenkalender!!


Rheinpfalz vom 9. April 2010

Schimmelrieder im Oktober 2009 – www.schimmelrieder.de

Frankenthaler Stadtmagazin vom 18. September 2009

Küstenforum Nordsee – kuestenforum.de vom 21. Mai 2009
Ich habe inzwischen mit meinen Kindern das Buch durchgelesen.
Wir wissen jetzt, dass man das Licht vom Helgoländer Leuchtturm bis zu 52 km weit sehen kann, dass es auf Amrum sprechende Grabsteine gibt, wo man den blauen Hummer bewundern kann oder warum im Watt zur Hallig Südfall manchmal farbige Plastikkisten zu finden sind.
Dieses wahrhaft interessante Buch vom Schaf Bobbl ist amüsant und lustig geschrieben. Es gibt viele heitere Stellen, an denen wir schmunzeln mussten.
Ich dachte auch nicht, dass meine beiden Kinder so lange interessiert mithören würden.
Danke schön, Bobbl!