Altenkrempe 1945

Peter Wippich

ISBN: 978-3-928905-51-0
Seitenzahl: 80
Verarbeitung: Broschur
Preis: 6,80 EUR
z.Zt. vergriffen
1945 hatten die Engländer in Ostholstein über 600.000 deutsche Soldaten in einem riesigen Sperrgebiet interniert. Jedes Haus, jede Scheune war bis unters Dach mit Soldaten belegt. Der Autor, Jahrgang 1934, hat diese Zeit in Altenkrempe bei Neustadt, das damals im Sperrgebiet lag, selbst erlebt. Er hat im Laufe der Jahre zu diesem Thema umfangreiches Material zusammengetragen und darüber zunächst im Jahrbuch 2005 der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde Oldenburg/Ostholstein berichtet.


Leseprobe
Im Februar 1945 kamen wir als Flüchtlinge aus Stargard in Pommern nach Altenkrempe. Dort erlebten wir das Kriegsende mit der Besetzung durch die Engländer und anschließend den vielen deutschen Soldaten, die im sogenannten Kriegsgefangenen-Sperrgebiet „F“, zu dem auch Altenkrempe gehörte, in geradezu riesigen Zahlen als britische Kriegsgefangene interniert waren. Die vielen Soldaten und das damit verbundene Leben haben mich offenbar nachhaltig beeindruckt, denn 1984 begann ich, Informationen und Unterlagen über die Kriegsgefangenenzeit in Ostholstein zu sammeln, um darüber eventuell in den heimatkundlichen Jahrbüchern Oldenburg bzw. Plön zu berichten. Zunächst versuchte ich, das gesamte Internierungsgebiet (im wesentlichen der frühere Kreis Oldenburg und der nördliche Kreis Plön) zu erfassen. Bald mußte ich aber feststellen, daß dies neben meiner beruflichen Tätigkeit (beim Kreis Plön) nicht zu schaffen war, und ich mich daher zunächst auf das Gebiet des Kreises Plön beschränkte. Parallel dazu habe ich in dieser Hinsicht aber gleichzeitig jahrelang auch Informationen und Material über Altenkrempe zusammengetragen. Nachdem meine Bemühungen um das Gebiet des Kreises Plön zunächst abgeschlossen sind, und ich das Ergebnis in den Jahrbüchern 1998, 1999 und 2000 der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde Kreis Plön veröffentlichen konnte1, soll hier nun versucht werden, auch über die Gemeinde bzw. Kirchengemeinde Altenkrempe, die letzten Kriegsmonate eingeschlossen, zu berichten. Über die Internierungs- bzw. Kriegsgefangenenzeit 1945 in Ostholstein ist im übrigen von anderen Autoren – mit anderen Schwerpunkten – in diesen Jahrbüchern bereits mehrfach berichtet worden.
Obgleich ich damals erst 10 Jahre alt war, sind mir doch eine ganze Reihe von Umständen, Begebenheiten und Ereignissen der Kriegsgefangenenzeit – altersbedingt im wesentlichen beschränkt auf Altenkrempe und Hasselburg – in Erinnerung geblieben. Die meisten Informationen habe ich jedoch durch zahlreiche Gespräche mit Zeitzeugen, Tonbandaufzeichnungen, schriftliche Mitteilungen, amtliche Unterlagen usw. erhalten. Der folgende Aufsatz wird also eigenes Erleben mit Berichten anderer, amtlicher und archivalischer Unterlagen usw. verbinden. Beim Ergebnis meiner Befragungen ist allerdings zu bedenken, daß zwischen Ereignissen und Zeitzeugenberichten in vielen Fällen 40 bis fast 60 Jahre vergangen sind. Ein Zeitraum, der bei einzelnen Punkten durchaus zu widersprüchlichen Aussagen führen konnte – und geführt hat. Zu berücksichtigen ist aber auch, daß es sich bei Erinnerungen in vielen Fällen um „Momentaufnahmen“ handelt, die sich in der Fülle der damaligen Gegebenheiten und Ereignisse tatsächlich schon kurzfristig anders dargestellt haben können. Bei den Zeitzeugen bedanke ich mich für ihre Berichte, Auskünfte und ihre Geduld bei den Befragungen, ferner für Fotos usw., die für Abbildungen zur Verfügung gestellt wurden.
Mein besonderer Dank gilt Uwe Lindemuth, Kiel, der mir für diese Arbeit eine auszugsweise Ablichtung des Tagebuches seines Vaters zur Verfügung stellte, das dieser bis Juli 1945 in Hasselburg geführt hat2. Besonders danke ich auch Pastor Lorenz Kock, der im Gemeindebrief 2/2004 der Kirchengemeinde Altenkrempe Zeitzeugen dazu aufgerufen hat, mir über die damalige Zeit zu berichten.


Kieler Nachrichten vom 3. März 2006
"Altenkrempe 1945" gibt´s jetzt als Buch. Plön - "Altenkrempe 1945" heißt ein Aufsatz, den der Plöner Peter Wippich im Jahrbuch für Heimatkunde Oldenburg/Ostholstein 2005 veröffentlicht hat. Darin geht es um Hunderttausende deutsche Kriegsgefangene, die in einem Sperrgebiet, das den früheren Kreis Oldenburg und den nördlichen Kreis Plön umfasste, interniert waren. Der Aufsatz ist jetzt als Buch im "verlag einundsiebzig" in Plön (6,80 Euro, ISBN-Nummer 3-928905-51-1) erschienen. og