Als wär's heute

Hans-Heinrich (Hinnerk) Stoltenberg

ISBN: 978-3-928905-94-7
Seitenzahl: 208
Verarbeitung: Broschur, 4-Farb-Umschlag
Preis: 16,00 Euro
z.Zt. vergriffen

Schönkirchen, die Mühle und ihre Kinder
Ganz persönliche Erinnerungen an Kindheit und Jugendjahre in Schönkirchen


Hans-Heinrich Stoltenberg, überall nur Hinnerk genannt, wurde 1941 in Schönkirchen geboren. Er zog 1968 nach Preetz und wohnt seit 18 Jahren in Dersau am Großen Plöner See. Als Dipl.-Ing. und Architekt hatte er sich jahrzehntelang dem unausgesprochenen Diktat strenger Linien und enger Kostengrenzen des sozialen Wohnungsbaus zu stellen und auf dem freien Markt die Wünsche und Vorstellungen der Bauherren weitgehend umzusetzen.

Heute befindet er sich im Ruhestand und konnte, befreit von allen beruflichen Schranken, die Kreativität und Ideen zu hemmen imstande gewesen wären, seine ganz persönlichen Erinnerungen an Kindheit und Jugendjahre in den 40er und 50er Jahren in seinem Heimatdorf Schönkirchen erzählen. Interessant und schnörkellos schreibt er von der Geschichte der „Schönkirchener Mühle“, dem elterlichen Betrieb. Locker plaudert er über Erlebnisse mit seinen Geschwistern und Freunden und bewegend und ergreifend schreibt er über einen besonders dramatischen Kriegstag in Schönkirchen, den 4. April 1945.

Es ist keine Biographie, nur Geschichten, erlebt, erinnert und erzählt.



Leseprobe

Wiedersehen in Schönkirchen

Bekanntlich führen viele Wege nach Rom, der ewigen Stadt am Tiber. Diese nicht unbedingt neue Erkenntnis gilt auch für eine Fahrt von dem Luftkurort Dersau am Großen Plöner See, meinem jetzigen Zuhause, nach Schönkirchen, meiner alten Heimat.

An einem sonnigen Dienstagnachmittag entschieden wir uns, meine Frau Wiltrud und ich, für die Strecke durch herrliche Landschaften und alte Dörfer. Die Straßen erinnern an verträumte Wege, die zu meiner Kindheit noch Sand- und Schotterpisten waren. Zu jener Zeit rollten noch die prächtigen Gespanne der „Schönkirchener Mühle“ über sie hinweg, um Futtermittel oder auch Kunstdünger zu großen Höfen, mittelständischen Bauern und Kleinsiedlern zu bringen oder um das Getreide von den abgeernteten Feldern zu der „Schönkirchener Mühle“ zu fahren.

Heute ist alles gleichförmig asphaltiert, führt aber immer noch durch herrliche Gegenden und ist deshalb wesentlich reizvoller und entspannter zu fahren, als die Bundesstraße 404, auf der wir uns in langen Autokolonnen einzufügen hätten. So ging es durch die historische Kreisstadt Plön, über die Preetzer Umgehungsstraße zum Rastorfer Kreuz, weiter durch verträumte Dörfer wie Lilienthal, Dobersdorf und Schönhorst.

Gegen 16:00 Uhr erreichten wir unser Ziel, die supermoderne Sportanlage im Augustental am Schulzentrum von Schönkirchen. Hier wollten wir der Handball-Bundesliga-Mannschaft des THW Kiel beim schweißtreibenden Training zusehen. Daniel Narcisse, Filip Jicha, Dominik Klein und die anderen Stars dieser großartigen und so erfolgreichen Mannschaft aus nächster Nähe zu erleben, das wäre natürlich ein ganz besonderes Erlebnis, noch faszinierender als der Blick vom dritten Rang in der stets ausverkauften Ostseehalle.

Nun sah ich sie also zum ersten Mal aus nächster Nähe, diese herrliche Sportanlage, die wohl zu den Besten in Schleswig-Holsteins zählt, wenn sie nicht sogar die modernste und beste ist. Aber mit Superlativen soll man bekanntlich sparsam umgehen. Einrichtungen für leichtathletische Disziplinen wie Hammer- und Diskuswurfring, Weit- und Stabhochsprunganlage, 400 m Bahn und im Inneren der teppichartige Kunstrasen. Daneben der Trainingsplatz der Fußballer und schließlich der Hauptplatz, das Stadion.

Und dann kamen Erinnerungen, Gedankenan längst vergangene Zeiten, unvermittelt waren sie da. Acht schöne Jahre habe ich hier gespielt und wir waren so erfolgreich – von 1960-1968. Das war wohl die beste Zeit der Schönkirchener Fußballer. Es ging immer aufwärts, ohne Unterbrechung von der Kieler D-Klasse der Kreisliga bis in die Bezirksklasse, viermal nacheinander sind wir aufgestiegen, viermal konnten wir die Meisterschaft feuchtfröhlich feiern und ich konnte diese Phase mitgestalten als Mannschaftsführer eines Superteams. Das war schon eine schöne, eine tolle Zeit ... (Lesen Sie weiter in dem Buch "Als wär's heute")



Kieler Nachrichten vom 27. November 2012

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