Bosau - Kirchenschatz und Teufelsgeld

Jürgen Burmeister

ISBN: 978-3-928905-69-5
Seitenzahl: 160
Verarbeitung: Broschur, 4farbiger Umschlag
Preis: 9,90 Euro
z.Zt. vergriffen
Ein Roman um Dorf und Kirche Bosau -
von wahren Begebenheiten, so geschehen, vergessen oder verschwiegen.

Im Jahre 1803 - fünf Jahre nach den rätselhaften Todesfällen von 1798 und noch lange vor dem verheerenden Brand in Bosau, erbt der Großknecht Fiete einen Plan von einem sagenhaften Schatz, der in der Vicelin- Kirche liegen soll. Zusammen mit dem Handelsmann Marx Buhr versucht er den Schatz zu finden.
Bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf  begangene Gräueltaten, tragische Unglücksfälle auf Heilige und deren Wunder und andere vergessene oder verschwiegene Vorfälle. Dem Geheimnis des Kirchenschatzes kommen sie nur mühsam auf die Spur. Doch alte Kirchenakten und taktische Überlegungen bringen sie Schritt für Schritt näher an den Schatz heran. Ein Stück »Heimatgeschichte zum Anfassen und Miterleben« für Einheimische und Gäste, die sich für die abwechslungsreiche Vergangenheit des Kirchspiels Bosau interessieren. Begeben auch Sie sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Kirchenschatz! Noch sind einige Spuren vorhanden und können ausgewertet werden.
Mehr als nur ein Roman!
Im ausführlichen Nachtrag und Glossar werden nicht nur geschichtliche Hintergründe erklärt, sondern Sie bekommen auch bisher noch nirgends veröffentlichte Bilder vermittelt. Kein Bilderbuch, sondern sorgfältig recherchierte Geschichte!
Nichts ist spannender als die Wirklichkeit.

Internetseite des Autors Jürgen Burmeister


Leseprobe

Marx Buhr saß in seinem Schaukelstuhl in der Döns und blätterte  gelangweilt in einem dicken Buch, nur eine kleine Kerze erhellte den Raum etwas. Seine Frau hörte er in der Küche hantieren. Er selber hatte sich seinen Lieblingsstuhl nach drinnen geholt und wollte es sich eigentlich in der kleinen Stube gemütlich machen. Er las gerne, vor allem in alten Büchern. Dieses hier hatte er erst vor wenigen Tagen von dem Medikus aus Eutin bekommen und es hätte eigentlich seine ganze Aufmerksamkeit verdient. Aber heute konnte er sich nicht konzentrieren, seine Gedanken machten sich immer wieder selbstständig. Am Vormittag hatten seine Frau und er Potatos, oder wie man jetzt sagte, Kartoffeln gepflanzt. Ziemlich spät, die Temperaturen wollten nicht mitspielen, das Frühjahr war ausgesprochen feucht und kühl. Jetzt musste er immer daran denken, wie er vor vier Jahren zum ersten Mal Kartoffeln angebaut hatte und wie schnell die Zeit seitdem vergangen war.
Damals hatten nur der junge Schmied und er Kartoffeln gepflanzt. Heute waren es zwar einige Leute mehr, darunter auch der Schustermeister, der Mann seiner Cousine, aber immer noch zu wenige, wie er fand. Die Lebensmittel, vor allem das Getreide und der Buchweizen, wurden immer teurer. Doch die Leute wollten ihre Eßgewohnheiten nicht ändern und hungerten lieber. Für ihn unverständlich.

Seine Augen folgten den Schattenbildern des flackernden Kerzenlichtes, blieben an der Urkunde und dem Orden an der Wand hängen. Marx atmete tief durch und dachte an die vielen Todesfälle vor einigen Jahren. Jetzt aber wurde darüber nur noch wenig gesprochen, die Leute hatten andere Sorgen. Marx seufzte, nahm das Drahtgestell mit den Gläsern ab und rieb sich die Nase. Er kam schon lange nicht mehr ohne diese Gläser aus, dabei war er erst 56 Jahre alt. Sonst war er zufrieden, seine Frau und er waren gesund und litten keinen Hunger. Sie hatten ja ihre Kartoffeln. Daraus ließ sich so manches schmackhafte Essen bereiten, wenn es die Anderen nicht taten, waren sie selber Schuld. Er dachte kurz an seinen väterlichen Freund, den alten Jochen. Auch der wollte die Kartoffeln nicht probieren, so oft er ihn auch bedrängte.

Vor einigen Wochen war er in Eutin auf dem Amt gewesen, um einen Erlaubnisschein holen. Heutzutage brauchte man ja für alles einen Schein, selbst fürs Betteln. Der Schreiber hatte ihn gefragt »Womit handeln Sie denn?«
»Mit nichts«, hatte er wahrheitsgemäß geantwortet. Denn eine eigentliche Ware hatte er nicht. Er verkaufte auch nichts, sondern vermittelte, beziehungsweise brachte Käufer und Verkäufer zusammen. Irgend etwas, ob nun in barem Geld oder in Naturalien, fiel dann bei diesem Geschäft für ihn ab.
»Davon kann man leben?« Erstaunt und mitleidsvoll hatte der Mann ihn  betrachtet. Da sonst nichts passendes in den Vorschriften vorhanden war, hatten sie sich schließlich auf Handelsmann für Kartoffeln geeinigt. Dies stimmte nun auch nur zum Teil, aber Marx war es egal, er hatte damit wenigstens seinen Beitrag geleistet, dass die Verwaltung nicht durcheinander kam.
Marx zuckte mit den Schultern, setzte vorsichtig wieder seine Brille auf. Behutsam blätterte er weiter in seinem Buch. Dieses war sein erstes und einziges welches er besaß, außer dem Gesangbuch seiner Frau.
Er las viel, eigentlich alles was er in die Finger bekam. Seit einem halben Jahr etwa, gab es auch in Eutin eine Zeitung. Er besorgte sich immer eine Ausgabe davon, wenn die Möglichkeit dazu bestand. Aber dieses Buch war etwas besonderes, es stammte aus einer gräflichen Bibliothek, wie er einem Aufkleber am Einband entnehmen konnte. Wie der Medikus in dessen Besitz gekommen war, wusste er nicht.

Der Titel lautete:
Historische Nachrichten - Von unterirdischen Schätzen
Welche in alten Kirchen, Schlössern, Klöstern und Höhlen verborgen gelegen, und theils glücklich gehoben worden, theils aber noch in dem Schooße der Erden vergraben sind.



Kieler Nachrichten – 21. Oktober 2008

Rezension im Juli 2008 - deutsche-krimi-autoren.de
Im Jahre 1803 - fünf Jahre nach den rätselhaften Todesfällen von 1798 und noch lange vor dem verheerenden Brand in Bosau, erbt der Großknecht Fiete einen Plan von einem sagenhaften Schatz, der in der Vicelin-Kirche liegen soll. Zusammen mit dem Handelsmann Marx Buhr versucht er den Schatz zu finden. - Bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf begangene Gräueltaten, tragische Unglücksfälle, einen Heiligen, dessen angebliche Wunder und andere vergessene oder verschwiegene Vorfälle. Dem Geheimnis des Kirchenschatzes kommen sie nur mühsam auf die Spur. Doch alte Kirchenakten und taktische Überlegungen bringen sie Schritt für Schritt näher an den Schatz heran.
Ein Stück "Heimatgeschichte zum Anfassen und Miterleben" für Einheimische und Gäste, die sich für die abwechslungsreiche Vergangenheit des Kirchspiels Bosau interessieren.
Anmerkung:
Erneut lädt Jürgen Burmeister seine Leserschaft in das damalige Kirchspiel Bosau ein. Mit seinem bereits bekannten Protagonisten (Marx Buhr) geht es diesmal auf Schatzsuche, wobei auch die ein oder andere Leiche abfällt. Wieder erlebt der Leser hautnah die Verhältnisse des 18. Jahrhunderts, die Beschwerlichkeit von Reisen zwischen Bosau und Eutin. Fazit: Mit Jürgen Burmeister sind Heimatgeschichten spannend und lesenswert. Lesetipp!
Zur Geschichte:
1803 in Hutzfeld: Marx Buhr, Handelskaufmann für Kartoffeln und mehr, hat von seinem Arzt aus Eutin ein Buch über Schätze bekommen und nutzt jede freie Minute um darin zu lesen. Er träumt selbst davon auf Schatzsuche zu gehen und da ist es ein glücklicher Zufall, dass der Großknecht Fiete ihn aufsucht. Nach dem Tod der Mutter fand er einen Zettel im Gebetbuch, der von einem Schatz erzählt, aber als Voraussetzung die Gottesfurcht hat. Schnell finden die beiden heraus, dass es sich nur einen Teil des Rätsels handelt. Fiete setzt sich mit seiner Tante Lisbeth und Tante Martha in Verbindung. Doch auch Marx Buhr ist nicht untätig. Ganz genau schaut er sich die Kirche in Bosau an, fragt bei der älteren Bevölkerung nach zurückliegenden Ereignissen und kommt so manchem Geheimnis auf die Spur...
(27.07.08) ****

Nachzulesen unter: http//:www.deutsche-krimi-autoren.de

Kieler Nachrichten - Ostholsteiner Zeitung vom 19. April 2008
Geschichte ist sein einziges Hobby
Jürgen Burmeister aus Plön hat einen Roman um die turbulente Suche nach einem Schatz in der Bosauer St. Petrikirche geschrieben

Bosau/Plön – Ist es ein Geschichtsbuch oder ein Roman für heimatgeschichtlich Interessierte, das sich in dem kleinen Büchlein verbirgt? Jürgen Burmeister aus Plön spürt in seinem Roman „Bosau – Kirchenschatz und Teufelsgeld“ einer Schatzsuche nach, die im Jahre 1803 die Bosauer auf Trab hielt.
Geschichte ist das einzige Hobby des Autors: Es wurde ihm zwar nicht in die Wiege gelegt, aber er wurde als 14-Jähriger infiziert: Damals hatte sein Vater das Kirchspiel anlässlich des 800. Geburtstages der Bosauer Kirche inszeniert und geschrieben – 30 000 Besucher strömten zum zur Freilichtbühne umgebauten Helmoldplatz. Für den Jugendlichen Burmeister war das 1952 ein prägendes Erlebnis, von dem der Pensionär Jürgen Burmeister 2008 immer noch schwärmt. In den 56 Jahren dazwischen schloss er die Schule ab, machte eine Ausbildung zum Polizisten, beteiligte sich in seiner Freizeit an vor- und frühgeschichtlichen Ausgrabungen und schmökerte in allem, was Hinweise auf die Vergangenheit im Allgemeinen und die Geschichte rund um seinen Geburtsort Hutzfeld (Gemeinde Bosau) im Speziellen verbarg. Ganz nebenbei verfolgte er den Stammbaum seiner Familie weitgehend lückenlos bis ins 16. Jahrhundert zurück.
Die Literatur, Urkunden, Chroniken und Kirchbücher fand und findet Burmeister in erster Linie im Schleswiger Landesarchiv. Das so gesammelte Wissen hat er jederzeit parat: Zu jedem Bild und jedem Gegenstand in der Bosauer Kirche sprudeln die Geschichten geradezu aus ihm heraus. Und auch ein (kleines) Ärgernis: Die kleine aus Holz geschnitzte Vicelin-Statue. Dort hält der Bischof ein Modell der Bosauer Kirche in der Hand – mit rundem Turm: „Und das“, so Burmeister, „ist eine Nachlässigkeit, eine Fälschung – das passt gar nicht!“
Viel gnädiger seine Anmerkungen zu anderen Schnitzereien – zu den Initialen, die auf der Balustrade der Empore zu sehen sind. Nicht etwa hineingeritzte Anfangsbuchstaben, so wie sich Generationen von Schülern auf Schulbänken verewigten, sondern handwerklich gearbeitete Buchstaben, die die gottesdienstlichen Sitzplätze seiner Vorfahren reservierten: AB steht da beispielsweise für Asmus Burmeister, MB für Marx Burmeister. Und eben dieser Marx ist die Hauptfigur des Romans um eine turbulente Suche nach einem Schatz in der Bosauer St. Petrikirche (mit einem überraschenden Ende). Die Romanfigur Marx hat Burmeister zwar aus zwei Charakteren „zusammengebastelt“, aber dessen Erlebnisse während der Schatzsuche im Jahre 1803 sind durch historische Dokumente belegt – lediglich für die Dialoge hat sich Jürgen Burmeister die dichterische Freiheit herausgenommen. Und so ist beides herausgekommen: Ein spannender Roman und ein Nachschlagewerk für die Bosauer Heimatgeschichte.

Foto: Rund um die Bosauer Kirche hat Jürgen Burmeister die Geschichten um die Schatzsuche entdeckt und in seinem Roman „Bosau – Kirchenschatz und Teufelsgeld“ niedergeschrieben. (Thoms)

Kieler Nachrichten - Ostholsteiner Zeitung vom 19. April 2008
Mit Jürgen Burmeister auf Spurensuche
Was mögen die Schnitzereien auf der Balustrade der Empore in der Bosauer Kirche bedeuten? Jürgen Burmeister weiß die Antwort darauf: Es handelt es sich teilweise um Initialen seiner Vorfahren, die dort ihren gottesdienstlichen Stammplatz hatten. Das „MB“ beispielsweise reservierte vor über 200 Jahren den Platz von Marx Burmeister. Der saß jedoch nur selten still auf seinem reservierten (teuer bezahlten) Platz, sondern war viel lieber rund um die Kirche unterwegs, um einem Schatz nachzujagen. Text und Foto: Peter Thoms