Lauritz - Feldmäuserich

Adelheid Breitkopf

ISBN: 978-3-928905-37-4
Seitenzahl: 136
Verarbeitung: Broschur
Preis: 12,80 EUR



Leseprobe
Sicher versteckt unter einem herb duftenden Brombeerstrauch, der im gelbsandigen Boden neben dem Bootssteg wuchs, an dem einmal wöchentlich pünktlich um 7.00 Uhr in der Frühe auf der kleinen Hallig Schafsstrande das Postschiff anlegte, und der mit seinen weit ausladenden stacheligen Ranken für Menschen und größere Tiere wie Hunde und Schafe undurchdringlich und für Raubmöwen uneinsichtig war, stand eine Mäusefamilie dicht beieinander gedrängt.
Die pummelige Mutter Dora, die zierlichen Zwillinge Anne und Marie, der stattliche Vater Bane und der schmucke Mäusejüngling Lauritz. Wie alle Feldmäuse waren sie – aus Menschensicht – sehr klein. Mutter Dora, Vater Bane und Lauritz, der bereits ausgewachsen war, nur etwa walnussgroß, die Zwillinge, die erst sechs Mäusejahre zählten, kaum größer als Haselnüsse.
Und hübsch waren sie, wie sie dort standen in ihren dichten, rötlichbraun glänzenden Pelzen, ihren runden Gesichtern, aus denen große, wachsame, hellbraune Knopfaugen blitzten, den zierlichen, wie Blütenblätter geformten Öhrchen, ihren schwarzen Stupsnäschen und den rosa Schnäuzchen, um die bei Vater Bane und Mäusejüngling Lauritz prächtige blonde Barthaare wuchsen, die einen herrlichen Kontrast zu ihrem rötlich braunen Pelz bildeten.
Es war ganz offensichtlich: Die Familie wartete. Bis auf die Zwillinge, die immer wieder leise tuschelten und kicherten und absolut nicht still stehen wollten, weshalb Mutter Dora sie eindringlich flüsternd ermahnte, standen Mutter Dora, Vater Bane und Lauritz still nebeneinander und sahen angespannt zwischen den Brombeerranken hindurch in Richtung Meer, wo gerade das Postschiff, über dem ein großer Schwarm kreischender Möwen kreiste, am Horizont auftauchte.
„Lauritz, das Postschiff wird – ich schätze mal – in einer halben Stunde hier am Bootssteg anlegen. Es ist besser, wenn du jetzt in Ruhe, immer schön in Deckung, zum Bootssteg läufst und in dem Versteck, das wir zusammen gebaut haben, wartest, bis die Bootsleiter vom Schiff runtergelassen wird. Kletter aber erst dann die Leiter hoch, wenn die Säcke abgeladen und Kapitän Boysen und Matrose Sören schon am Ende des Bootsstegs angekommen sind und wie gewöhnlich Schäfer Hansen lautstark begrüßen.
„Mach’s gut mein Junge, viel Glück auf deiner Wanderschaft!“ Vater Bane schloss seinen Lauritz fest in die Arme, gab ihm einen schmatzenden Kuss auf die Stirn, einen kräftigen Klaps auf die Schulter und überließ ihn dann seiner Frau Dora und den Zwillingen.
Obwohl Mutter Dora wusste, dass es die normalste Sache der Welt war, wenn ihr Liebling Lauritz jetzt mit seinen achtzehn Mäusejahren – so wie es für jeden intelligenten, kräftigen und gesunden jungen Mäuserich seit jeher Brauch war – in die weite Welt gehen würde, konnte sie ihre Tränen nicht zurückhalten, als sie ihn innig umarmte, streichelte und abküsste. „Mein Liebling, bitte, bitte sei immer schön vorsichtig und beherzige alles, was Vater und ich dir beigebracht haben. Und, lieber Lauritz, vergiss uns nicht und komm irgendwann wieder zu uns zurück!“
Lauritz, der schon seit Wochen ganz ungeduldig auf diesen Tag gewartet hatte, an dem er endlich hinaus in die weite Welt aufbrechen konnte – Vater Bane hatte ihm, als er noch ein Kind war, immer so viel Spannendes über seine eigenen Erlebnisse erzählt – spürte jetzt doch einen Kloß im Hals und konnte vor lauter Abschiedsschmerz kaum noch sprechen. Deshalb nickte er nur zu Mutter Doras Worten, umarmte sie fest und beugte sich dann schnell, damit Mutter Dora seine Tränen nicht sah, die ihm jetzt doch in die Augen schossen, zu den Zwillingen herunter, die er eine nach der anderen hoch über seinen Kopf hob und – was wie immer bei ihnen juchzenden Jubel auslöste – kurz durch die Luft wirbelte, um sie dann wieder aufzufangen und kräftig auf den Boden zurückzusetzen.Lauritz atmete einmal tief durch, wischte sich die Augen, lächelte seinen Eltern und Schwestern noch einmal lieb zu. Dann drehte er sich schnell um und huschelte blitzgeschwind durch den trockenen Sand und unter den Brombeerranken hindurch.
Weg war er ... und das Abenteuer beginnt!


Die Feldmaus Post
Eine sensationelle Neuheit kann Ihnen unser rasender Mäuse-Reporter Waldemar Striezel heute berichten: Über die vielen Abenteuer unseres Freundes Lauritz ist nun endlich ein Buch erschienen! Darin werden all die Abenteuer des mutigen Feldmäuserichs mit viel Spannung erzählt. „Auch die vielen Freundschaften, die Lauritz seit seinem Verlassen der kleinen Nordsee-Hallig Schafsstrande geschlossen hat, sind ein großes Thema in diesem packenden Tatsachen-Roman“, ließ der Plöner Verlag71 heute verlauten. „Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz...“, so eine Sprecherin augenzwinkernd zu unserem Reporter, der die Gelegenheit hatte, den kleinen Lauritz kurzfristig in den Räumen des Verlages zu befragen. Zuviel allerdings möchten wir Ihnen nicht verraten, denn Lauritz erster Sommer auf dem Hof bei Osterby mit all den dort lebenden Menschen und Tieren wurde von der Hamburger Autorin des Buches, Adelheid Breitkopf, liebevoll und spannend beschrieben. Die Mäuse-Presse ist bereits aus dem Häuschen und überschlägt sich vor Begeisterung! Aber lesen Sie selbst. Hier ist sie, die wirklich erste Feldmäusegeschichte. Spannend, aufrührend, bewegend – Lauritz Feldmäuserich gerät immer wieder in gefährliche Abenteuer, rettet sich und wird gerettet, ist mutig und ängstlich, zutraulich und argwöhnisch, immer neugierig und niemals langweilig!

Was nagt denn da - Feldmäuse-Magazin
Mehr als nur die übliche Geschichte von einem Feldmäuserich, der mit achtzehn Jahren in die weite Welt geht. Die Geschichte von Lauritz Feldmäuserich ist deshalb so spannend und packend, weil sie genau erzählt, wie schlau und findig wir kleinen nur walnussgroßen Feldmäuse sein müssen, um unseren vielen Feinden zu entgehen, neue Freunde zu gewinnen, die Gefahren der Natur zu erkennen und trotzdem viel Spaß an Abenteuern zu haben.

Bommerbyer Mäusekurier
„Zitternd und bebend saß Lauritz in der Ackerfurche und hoffte sehnsüchtig, dass der Mäusebussard aufgäbe und weiterflöge, als plötzlich ein großer, schwarzer Schatten vor ihm auftauchte, der sich langsam auf ihn niedersenkte...“ Das Buch „Lauritz Feldmäuserich“ fesselt nicht nur, weil es eine gute Abenteuergeschichte ist, sondern weil es beweist, wie ein kleiner Feldmäuserich mit einer gehörigen Portion Neugier und viel Freude am Leben immer wieder auf die Pfoten kommt.

Feldmäusebote
„Wie Mäusejüngling Lauritz sich auf dem Postschiff vor dem gefräßigen Schiffskater Jan rettet, von der Hallig Schafstrande auf das Festland kommt, auf dem Rücken der Taube Paloma über eine herrliche, farbige Landschaft und dann wieder durch kühle, feucht perlende Wolken nach Osterby fliegt, wie Friedrich ihn aus der Ackerfurche rettet, wie er das Herz der alten Mumine gewinnt, wie der Kröterich Arne ihn ersäufen will, wie er mit dem Hofhund Greif den Weindieb jagt und sich in die schöne Mäusin Henny verliebt – Lauritz Feldmäuserich ist ein Buch, das einen in Atem hält.

Rezension Gabriele Gräfin von Arnim
Das ist ein kleines Meisterwerk! Spannend von Anfang an und wieviel Poesie! Die Beschreibung der Blumen, Büsche, des Unterholzes, seine kleine Welt, die Liebe zu Mumine, dieses Glück für die beiden, sich gefunden zu haben; Paloma - und die Musikalität in allen Zisch-Knirsch- und Schnazgeräuschen - köstlich!