Dreizehn Geschichten aus der Seekiste

Peter-Michael Luserke

ISBN: 978-3-928905-45-9
Seitenzahl: 120 Seiten
Verarbeitung: Broschur mit Schutzumschlag
Preis: 9,90 Euro
vergriffen
Luserke schildert in seinem zweiten Buch wieder authentisch das Leben an Bord; ungeschminkt in seiner offenen, teilweise brüskierenden Sprache und zeigt ein Spiegelbild des Lebens an Bord, wie er es sah und erlebte in den Jahren 1959 bis 1992.
Homepage Peter-Michael Luserke


Leseprobe
Der erste Landgang

Die Nordsee hatte es in sich gehabt und unseren kleinen Kümo ordentlich durchgeschüttelt! An Schlaf war kaum zu denken, und die Stunden in der mit seitlich überstehenden Holzbrettern gesicherten Koje trugen auch nicht gerade dazu bei, meine recht angeschlagene Psyche wieder auf Vordermann zu bringen. Bei erster Gelegenheit wollte ich den soeben begonnenen Beruf gleich wieder an den Nagel hängen, so hatte ich es mir bestimmt nicht vorgestellt.
Noch vor wenigen Tagen waren wir mit einem Shanty auf den Lippen im wiegenden Seemannsgang durch Elsfleth gelaufen, voller Pläne und romantischer Vorstellungen über unseren Beruf: Häfen, ferne Länder, tropische Strandnächte mit „Hulamädchen“ ... und wir konnten den ersten Bordeinsatz kaum erwarten.
Mein erstes Schiff war ein kleines Kümo, ein sogenannter „Eigner“. Das heißt, der Kapitän war gleichzeitig Reeder und die Besatzung bestand aus ihm, Steuermann, Koch und vier Mann an Deck.

Der vierte war nun ich. Nach Begutachtung von Schiffsgröße, Logis und der abenteuerlich vermummten Besatzung, die anstatt in schicken Tropenuniformen in schmierigen Parker und Wollmützen steckte, kam dann auch noch das! Sie hatte nämlich nichts Besseres zu tun, als ihren frischgebackenen Moses nicht nur kritisch zu begutachten, sondern gab ihm dazu noch einen zwar herzlichen jedoch derben Empfang.
Die ersten Tage, bedingt durch die vielen neuen Eindrücke, verliefen noch recht positiv, bis das Schiff in seinem Element war und die Seekrankheit mich fürchterlich plagte.
Da auf einem Schiff, wie im richtigen Leben auch, immer die Schwächsten und Jüngsten gepiesackt wurden, hatte ich es schwer, mit meiner Berliner Schnauze gegenanzukommen. Nur beim berühmten Thema Nummer eins tat ich recht weltmännisch und erfand die tollsten amourösen Abenteuer, die ein Fünfzehnjähriger angeblich schon so erlebt habe.
Endlich war die schreckliche Nordsee passiert, und schon nach der Umrundung von Skagen erwachten meine Lebensgeister. Alle Not und Pein der vergangenen Tage war vergessen. Unser Zielhafen wir Vesterwik im Kalmar Sund in Südschweden. Alle Gespräche in der Mannschaftsmesse drehten sich nur noch um den Landgang und um die gar nicht so kühlen, eher für damalige Begriffe
leicht willigen schwedischen Mädchen und um die zu erwartenden Freuden.
Es war Mitte Januar und bedingt durch Eisgang brauchten wir bald noch vier Tage, um endlich ans Ziel zu kommen.
Die Träume der Mannschaft hatten sich erfüllt und wir liefen in ein Wochenende. So wusste die erfahrene Mannschaft (es war noch vor der Discozeit): Am Samstag ist Tanz und somit stehe einem erlebnisreichen Wochenende nichts im Wege.
Alle waren schon an Land, nur für mich fand der Kapitän noch immer einen Zusatzjob! Er wurde mit zwanzig Kronen belohnt, und ich konnte es kaum erwarten, endlich den Kollegen zu folgen. Ich stieß dann auch gleich zu ihnen. Die Stimmung, bei fideler Livemusik mit Schrumm, Schrumm und Akkordeon war schon recht gut. Dafür hatte wohl auch der beachtliche Alkoholkonsum gesorgt.
Da ich vom Kapitän zwecks Taschengeldaufbesserung noch keine Flasche Schnaps zum Verkaufen bekommen hatte, trug ich versteckt unterm Pullover ein paar Bierflaschen mit ins Vergnügen. Ermuntert durch die Crew musste ich jetzt wenigstens „glänzen“ und ließ keinen Tanz aus.
Wie es sich für einen echten Seemann gehört, hatte ich mich natürlich gleich verliebt, auch wenn es
mit der Verständigung noch ein wenig problematisch war. Der ebenso anwesende Steuermann hatte meinen „Landgang“, der vom Kapitän auf 22 Uhr befristet war, als stellvertretender Erziehungsberechtigter verlängert, und so meinte ich, mich schon im siebentem Himmel zu befinden, als Svea, der Traum meiner doch noch recht keuschen Wünsche, mich bat, sie nach Hause zu bringen.
Ich glaubte nun den wilden Erzählungen aus der Mannschaftsmesse der vergangenen Tage und trotz der 25 Grad minus wurde mir recht heiß, als wir gegen Mitternacht das Tanzcafé verließen. Der
letzte Bus sei schon weg, aber schließlich seien es nur eineinhalb Meilen zu laufen!
Voll Glück gingen wir Handschuh in Handschuh durch die winterliche Landschaft. Der Weg hätte meinetwegen nie zu enden brauchen, wäre da nicht langsam der eisige Wind und der Frost, die sich bemerkbar machten. Tapfer lief ich weiter, und als wir nach gut zwei Stunden ihr elterliches Haus erreichten, fühlte ich mich dem Himmel schon ein Stück näher!
Ich bekam einen kleinen Kuss, ein freundliches „Heijdo“ und schon war sie im Haus verschwunden. Der Rückweg war endlos, ich glaubte, ihn nie
bewältigen zu können! Hatte gerade „Wolfsblut“ gelesen und meinte, hinter jedem Hügel würde mich ein Rudel Wölfe erwarten. Da Jack London ja auch recht plastisch den Winter und die Kälte  beschrieben hatte, bedauerte ich, keinen Bleistift oder Zettel zur Hand zu haben, um wenigstens eine letzte Nachricht für meine Mutter zu hinterlassen!
Irgendwie schaffte ich es dann trotzdem und war glücklich, die Lichter vom Hafen zu sehen! Mit letzter Kraft kam ich an Bord, schleifte mich in die Messe. Dicht an den Kanonenofen geschmiegt, fand man mich am Sonntagmorgen!
Und als die Mannschaft dann noch erfuhr, dass ich nicht wusste, was eine schwedische Meile (ca. 10 km) bedeutet, kamen zu meinen müden Knochen noch jede Menge Spott hinzu ... bis zum nächsten
„Bolzen“!



Landeszeitung Lüneburg Das Magazin - 19. Januar 2008
Peter-Michael Luserke  hatte den Kopf voll von romantischen Seefahrtsgeschichten, als er mit 15 Jahren auf einem Küstenmotorschiff anheuerte. Erst einmal schlug dem Moses die Seekrankheit auf Magen und Gemüt. Und vor allem ging es statt in die Südsee nur nach Südschweden. Trotzdem waren die Träume riesengroß: Ein echter Seemann, der etwas auf sich hält, der findet in jedem Hafen ein Mädchen. Und ein junger Bengel will da auf keinen Fall zurückstehen. Beim Landgang fand er auch ein Mädel, tanzte mit ihr und war überglücklich, als die junge Frau ihn bat, sie doch nach Hause zubringen, es seien doch nur einige Meilen. Die Phantasie schlug Kapriolen, trotz eisiger Winternacht wurde dem jungen Seemann eher heiß. Ihn wunderte nur der lange Weg – eine schwedische Meile entspricht gut zehn Kilometer. Tja, am Ende gab’s nur ein Küsschen, aber dafür den Spott der Mannschaft.
Die Anekdote hat Luserke in einem seiner Bücher aufgeschrieben. Er ist der See treu geblieben und lange Jahre als Kapitän über die Weltmeere gefahren. Inzwischen im Ruhestand, schreibt er Bücher über die Seefahrt wie „Dreizehn Geschichten aus der Seekiste“. In seinem neusten Band lässt er „Dreizehn Seemannsfrauen erzählen. Alle fünf Bücher von ihm sind im verlageinundsiebzig erschienen.

Yacht - Europas grösstes Segelmagazin / 21. September 2005
Erlebnisbericht Wenn einer mehr als 30 Jahre zur See gefahren ist, hat er was zu erzählen! Peter-Michael Luserke nimmt den Leser durch seine "Dreizehn Geschichten aus der Seekiste" mit in den Schiffsalltag und zeigt, mal humorig, mal ernst, wie das Leben in der Handelsmarine wirklich ist.

Stader Tageblatt - Buxtehuder Zeitung / 15. Dezember 2005
Ex-Kapitän schreibt übers Leben auf den Meeren Zweimal 13 Geschichten machen auch Wandlungen in der Handelsfahrt deutlich Mehr als 30 Jahre ist Peter-Michael Luserke zur See gefahren. Erfahrungen, die er dabei gesammelt hat, lässt der 61-jährige, der heute bei Kiel im Ruhestand lebt, mittlerweile in Bücher einfließen, die das Leben auf See veranschaulichen. Das Leben an Bord und die Entwicklungen in der Handelsschifffahrt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schildert Luserke so authentisch wie möglich. Im Mittelpunkt stehen ganz persönliche Erfahrungen des einstigen Seemanns. Von seinen Erlebnissen an Bord sind auch die weihnachtlichen Geschichten, die Seeleute nachvollziehen können, die selbst zur weihnachtlichen Zeit fern ihrer Heimat unterwegs waren. Luserke schildert kleine Begebenheiten, die ihn nachdenklich machten, und die zeigen, dass Weihnachten auf See zwar mit Gefühlen behaftet ist, dass aber auch der Alltag regiert – unabhängig von Festkalendern.


Aus der Seekiste / KIELerLeben / Dezember 2005
Eine nette Geschenkidee für alle Nordlichter und maritimen Freunde: Die Seemannsgeschichten von Peter-Michael Luserke! Authentisch und ungeschminkt berichtet er von den Ereignissen auf See und dem, was einen Seemann zurück zu Hause erwartet.

Neues im Bücherschapp / Hafenblick Hamburg September 2005
Peter-Michael Luserke gehört zu den Jungen, die mit 15 die Schule "geschmissen" haben und lieber zur See gefahren sind. Was für ihn nicht ganz einfach war. Denn die Jüngsten an Bord wurden zu jener Zeit noch am härtesten rangenommen, um ihnen romantische Träume vom Seemannsleben auszutreiben. Bei ihm hat es nicht viel geholfen. Er arbeitete sich zäh bis zum Kaptän empor und führte ein abwechslungsreiches Leben auf See. Davon berichten die 13 einzelnen Geschichten, bei denen der Autor auch die ersten romantischen Abenteuer nicht verschweigt. Ein Buch für Menschen, die lesen wollen, wie Seefahrt zu einer Zeit war, als Liegezeiten in den Häfen sich noch nach Tagen und nicht nach Stunden bemaßen.

"SEE-STÜCKE" Erfahrungen auf 7 Weltmeeren / Cuxhavener Nachrichten 16. September 2005
BUCH-TIPP Mehr als dreißig Jahre ist Peter-Michael Luserke zur See gefahren. 1944 in Weißenfelsgeboren und in Berlin aufgewachsen, verließ er 15-jährig die Schule, um sich seinen Traum von der Seefahrt zu erfüllen. Dabei musste er oft erfahren, dass aus dem Traum auch ein Albtraum werden kann - und hat es dennoch geschafft, sich vom Schiffsjungen bis zum Kapitän hochzuarbeiten. Aus seinem reichen Schatz an Erfahrungen, die er zwischen 1959 und 1992 sammeln durfte und musste, schöpft Luserke, der heute bei Kiel im Ruhestand lebt, bei seinen Dreizehn Geschichten aus der Seekiste. Die Sammlung von maritimen Erzählungen ist soeben in 2. Auflage im Verlag71 erschienen. Wie bereits in seinem ersten Buch Dreizehn Weihnachten auf See, nimmt Luserke kein Blatt vor den Mund. Das Leben an Bord und die Entwicklungen in der Handelsschifffahrt in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts schildert der "Bilderbuchkapitän" so authentisch wie nur möglich und auch sprachlich völlig unverblümt. Es hilft, aber es ist nicht nötig, viel von christilicher Seefahrt zu verstehen, um Luserkes Geschichten zu genießen - ihren besonderen Humor schätzen zu können. Zum fachlichen Verständnis hilft auch ein kleines Glossar im Anhang. Aber im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen aus Luserkes Fahrenszeit, ganz persönlich zwar, aber ebenso insoweit typisch, als sie ein interessantes, abwechlungs- und aufschlussreiches Schlaglicht auf die Seefahrt und die Menschen an Bord (und umzu) werfen. Im Oktober 2005 erscheint im Verlag71 das neue Buch von Luserke mit dreizehn neuen Geschichten. In gewohnter Weise berichtet Luserke in Dreizehen tierische(n) Geschichten über ausgewanderte Katzen, Luserkes Privatzoo und internationale Bordhunde.

Eine Seekiste voller Geschichten / Weser Kurier Bremen und Kreisblatt Delmenhorst / 12. August 2005
Was Seeschifffahrt vor 40 Jahren bedeutete, ist einer Reihe von Erzählungen zu entnehmen, die Kapitän Peter-Michael Luserke unter dem Titel "13 Geschichten aus der Seekiste" geschrieben und im Verlageinundsiebzig veröffentlicht hat. Als 15jähriger Moses begann Luserke sein Seemannsdasein und den ersten Landgang in Schweden trat er voller Hoffnungen an: Damals galten die Schwedinnen als besonders freizügig. Getanzt habe er, das Mädchen auch heimgebracht - doch der Weg erschien ihm sehr lang für anderthalb Meilen. Erst an Bord erfuhr der Moses dann, dass eine schwedische Meile zehn Kilometer misst... Geschichten dieser Art, Schilderungen aus exotischen Ländern mit den langen Liegezeiten, diese Darstellungen der damaligen Verhältnisse lassen die Zeit der Vollbeschäftigung wieder auferstehen. In Kanada "desertierte" er aus Liebe, erhielt trotzdem wieder eine Chance beim Heuerboss. Der 17jähreige fuhr mit einem Schiff, das abgewrackt werden sollte, nach Hongkong und gastierte dann in einem Luxushotel, während die Offiziere in der Jugendherberge logieren mussten: Eine Verwechslung.

Rezension "Deutsche Seeschiffahrt"; Zeitschrift des Verbandes Deutscher Reeder
Von der Christlichen Seefahrt braucht man gar keine Ahnung zu haben, wenn man die 13 Anekdoten eines anfangs blauäugigen Berliner Schülers genießen will, der es trotz manch eigener Vorstellungen vom Schiffsjungen zum Kapitän gebracht hat. Luserkes unkomplizierter Stil macht die Lektüre der Geschichten zum Schmunzelvergnügen.

Was machen Sie am Wochenende, Kapitän Luserke? / Schleswig-Holstein Zeitung - 7. Dezember 2004
Peter-Michael Luserke ist ein Kapitän wie aus dem Bilderbuch. Weihnachten verbringt der 60-Jährige inzwischen an Land in Krummbek bei Kiel. Doch früher hat er es oft an Bord gefeiert. „Einmal haben wir bei der Abfahrt im August eine Tanne mitgenommen und im Kühlraum gelagert. Bis Heiligabend hat sie es leider nicht geschafft." Luserke hat so manche witzige Geschichte erlebt - witzige und weniger amüsante - „aber alle authentisch". Nachzulesen in seinen Büchern. Ungeschminkt und schonungslos, dennoch humorvoll, schildert Luserke das Leben an Bord. Als alter Seebär kann er das norddeutsche Schmuddel­ wetter selbst am Wochenende gut ertragen. „Schon am ersten Advent steht bei uns ein Tannenbaum mit allem drum und dran." Der stimmungsvollen Lichter wegen, da kommt kein Trübsinn auf, sagt er. Und am Kamin bereitet er dann die nächste Lesung vor. Anja Wagner

Vom Schiffsjungen zum Kapitän / Nordwest-Zeitung - 22. Oktober 2004
Auf der Elsflether Schiffsjungenschule begann der Autor seine Laufbahn. Seine Erinnerungen hielt er in dem Band „Dreizehn Geschichten aus der Seekiste" fest. Man schreibt das Jahr 1959, als der gerade mal 15-jährige Berliner Peter-Michael Luserke die Schule abbricht und sein gutbürgerliches Elternhaus verlässt, um seinen Traum von der „großen weiten Welt" zu verwirklichen. „Seemann - deine Heimat ist das Meer, deine Freunde sind die Sterne" singt just zu dieser Zeit ein Wiener namens Freddy Quinn. Sein verquaster Seemannskitsch fällt in den 50er Jahren bei abenteuerlustigen jungen Männern auf fruchtbaren Boden, der kleine Berliner Steppke Luserke ist da keine Ausnahme. Mit einem Kopf voller Pläne, einem Shanty auf den Lippen, mit wiegendem Seemannsgang und romantischen Berufsvorstellungen geht der junge Mann nach dreimonatiger „Mosesausbildung" an der Elsflether Schiffsjungenschule zum ersten Mal an Bord. Was er auf seinem ersten Törn als Moses und in den vielen Jahren seiner Fahrenszeit als Offizier und Kapitän auf großer Fahrt erlebte, hat Peter Michael Luserke jetzt in seinem höchst amüsanten Memoirenbändchen „Dreizehn Geschichten aus der Seekiste" zu Papier gebracht. Garantiert ohne seine Leser mit Seemannsgarn zu umwickeln, beschreibt Luserke das Leben auf See, gibt auch dem Nichtkenner einen humorvollen, aber immer authentischen Einblick in den oft grauen und manchmal bunten Alltag an Bord. Dass auch manche H äfen und Landgänge durchaus pikante Erinnerungen wert sind, räumt der Autor in einigen Geschichten ehrlich und augenzwinkernd ein. Bei seinem ersten Törn auf einem kleinen Kümo platzen die romantischen Vorstellungen wie Seifenblasen. Nix is mit Hulamädchen, mondhellen Nächten unter Palmen und weißen Stränden - auf der Nordsee mit Kurs Skandi navien schüttelt es den unerfahrenen Schiffsjungen so durch, dass er am liebsten den Seemannsberuf gleich wieder an den Nagel gehängt hätte. Aber mit den Jahren kommt die Erfahrung, der Moses krabbelt immer behender und voller Elan die Gangway hoch, krabbelt immer höher in der Hierarchie der Bordbesatzungen, und auch die - meist unfreiwilligen - Abenteuer lassen nicht auf sich warten. Aus Liebe desertiert der kleine deutsche Schlingel in Kanada, er schmuggelt Schnaps in Finnland, in einer belgischen Rumpelkammer bringt ihn die tiefdekolletierte „Frau Wirtin" im Vollgastempo in die gewünschte 'Stimmung. Luserke durchläuft die klassische Ausbildung vom Schiffsjungen bis zum Kapitän, er schildert den Wandel in der Seefahrt mit immer größeren Schiffen und immer kürzeren Liegezeiten, er berichtet aber auch vom familiären Spagat, den Beruf mit Ehefrau und Kindern zur Zufriedenheit aller unter einen Hut zu bringen. „Dreizehn Geschichte aus der Seekiste" - das sind Erinnerungen, die mit Sicherheit bei den pensio nierten Elsflether Fahrensleuten einen hohen Wiedererkennungswert haben, sie sind aber auch geeignet, eingefleischte Landratten zum Schmunzeln zu bringen.

Deutsche Schiffahrts-Zeitung 57.Jahrgang Freitag, 17.September 2004 Nr. 182
Seeleute sind häufig auch gute Erzähler- und da ist Peter-Miachel Luserke keine Ausnahme. In seinem zweiten Buch schildert er mit spannender Lebendigkeit und seemännisch-offener Sprache Erlebnisse, Eindrücke und Dinge, die auch der Landratte Einblick geben in den grauen und nicht so grauen Alltag der Seefahrt, ohne dabei Insider zu langweilen. Nicht nur technische Entwicklungen in der Schiffahrt in den Jahren von 1959 bis 1962 werden aus persönlichem Erleben deutlich, sondern auch das Bordleben, Beziehungen zwischen Reedern, Besatzungen, Befrachtern, Maklern und Hafenbehörden, sowie Landgangserfahrungen, die zum Schmunzeln verleiten und die Generationen von Seeleuten ähnlich erlebt haben dürften. Dabei verzichtete der Autor auf ausschmückende Schnörkel und lässt gar nicht erst den Verdacht aufkommen, dass es sich um Seemannsgarn handeln könne. Der 1944 in Weißenfels geborene,in Berlin-Dahlem aufgewachsene und heute bei Kiel lebende Luserke, der mit 15 Jahren die Steinerschule verließ, um sich seinen Traum von der Seefahrt zu erfüllen, weiß sehr wohl, wovon er redet, durchlief er doch eine Ausbildung vom Schiffsjungen bis zum Kapitän in der christlichen Seefahrt, die er aus Gesundheitsgründen allerdings vor einigen Jahren aufgeben musste.

Das Aktuelle Spanienmagazin Ausgabe April 2004
Von der Christlichen Seefahrt braucht man gar keine Ahnung zu haben, wenn man die 13 Anekdoten eines anfangs blauäugigen Berliner Schülers genießen will, der es trotz manch eigener Vorstellungen vom Schiffsjungen zum Kapitän zur See gebracht hat. Luserkes unkomplizierter Stil, ohne jedes Phatos und sich gerne selbst auf die Schippe nehmend, macht die Lektüre dieser Geschichten zum Schmunzelvergnügen. Und wenn man als "Landratte" mal eine Übersetzung braucht, kann man hinten nachschlagen, was dies oder das Fachwort bedeutet. Man muß auch gar nicht zur älteren Generation zählen, um den Erinnerungen dies unfreiwillig früh an Land zurück gekehrten, jung gebliebenen Seemannes etwas abzugewinnen, jung ist jung, egal ob damals 1958 oder heute 2004!Von wegen "vernünftig sein und an Folgen denken- ich doch nicht"! Das war so für einen Teenager und ist so für ein Kid. Und schließlich kann man ruhig kein Mann sein, die sporadisch auftauchenden pikanten Stellen brüskieren keine Frau.

Aus der Seekiste / Segeberger Zeitung 11. Juli 2005
Autor Peter-Michael Luserke hat es geschafft: Seine "Dreizehn Geschichten aus der Seekiste" sind jetzt in einer überarbeiteten Auflage in einem deutschen Verlag erschienen. Die kurzweiligen Geschichten und Erlebnisse des ehemaligen Kapitäns, versehen mit kleinen Zeichnungen und einem Fachwortregister zur Aufklärung von "Landratten" gibt es jetzt im Verlag 71, Plön.

Seefahrt im Wandel der Zeiten / Nordsee-Zeitung 09. Juli 2005
Anekdoten, die er als Schiffsjunge, als Matrose oder Jahrzehnte später schließlich als Kapitän in der Zeit von 1959 bos 1992 selbst erlebte, hat Luserke hier festgehalten. Interessant vor allem die Hintergründe, die der Autor zwischen den Zeilen mit einfließen lässt. Sie dokumentieren anschaulich den Wandel, den die Seefahrt in diesen Jahren mit Hochs und Tiefs nahm. Zahlreiche Skizzen ergänzen die Schilderungen, die Luserke eigentlich sehr gestrafft aufgezeichnet hat. Hier wünscht man sich Ergänzungen und Fortsetzungen, so packend wird hier auch der Wandel im Bordleben mit diesen Zeitdokumenten deutlich. Auch für Landratten eignet sich dieses Buch, das Fachbegriffe plastisch erläutert und auch ein kleines Lexikon als Anhang besitzt.

Deutsche Schiffahrts-Zeitung / 27. Juni 2005
Das von dem in Krummbek bei Kiel im Unruhestand lebende Kapitän Peter-Michael Luserke zwei Jahre nach seinem Premierenerfolg herausgebrachte zweite Buch ist ... für Insider noch attraktiver geworden. in seiner ungeschminkten Sprache nimmt Luserke seine Leser mit auf die Reise und vermittelt einen lebendigen, unterhaltsamen wie auch historisch und menschlichen Einblick in die Seefahrt, wie er sie zwischen 1959 und 1992 erlebt hat.

Nordlicht macht die Ziffer 13 zum Markenzeichen / Ostfriesische Nachrichten 27. Juli 2005
"Erster Landgang" oder "Fahrt ins Ungewisse" sind die Überschriften über den kleinen Geschichten, die er "Dreizehn Geschichten aus der Seekiste" aufgeschrieben hat. Sie alle tragen biographische Züge. ... Und dennoch haben sie einen eigentümlich lakonischen Ton, typisch für Luserke. Darin findet sich dieses Ausgeliefertsein gegenüber den Naturgewalten auf See wieder.

Heiligenhafener Post / 28. November 2005
Auch der Nichtkenner gewinnt in diesem Buch einen Einblick in den grauen und nicht so grauen Alltag der Seefahrt. Das Seeleute Meister i Geschichtenerzählen sind, ist bekannt, jedoch ist Luserke zudem noch erblich belastet: Sein Großvater war ein bekannter norddeutscher Schriftsteller und sein Vater Journalist. Luserke verzichtet auf ausschmückende Schnörkel und lässt gar nicht erst den Verdacht aufkommen, es handle sich um Seemannsgarn. In seinen Geschichten weiß er genau, wovon er erzählt, denn er durchlief seine Ausbildung bis zum Kapitän zur See in der harten Schule der Handelsmarine, angefangen vom Schiffsjungen über den Matrosen bis hin zum Bootsmann und Steuermann.