Schattenbilder

Uwe Friedrichs

ISBN: 978-3-928905-43-5
Seitenzahl: 72 Seiten
Verarbeitung: Taschenbuch mit Schutzumschlag
Preis: 9,90 Euro
z.Zt. vergriffen
Gedichte mit stimmungsvollen schwarz/weiß-Fotografien "Die Bilder von Claus Göhler sind der Blick in die Seele der Betroffenen." (Schleswiger Nachrichten) "Das Buch ist ein geglücktes Experiment." (Schleswiger Nachrichten)
Homepage des Fotografen Claus Göhler


Leseprobe
Gefühle
Gefühle sind wichtig, schier unentbehrlich,
ein Teil von uns, sei doch mal ehrlich.
Unverzichtbar, wie der Motor, das Herz,
es zeigt uns als Mensch, Freude und Schmerz.
Lachen, trauern oder weinen,
unsere Gefühle können das vereinen.
Ohne das alles kann es im Leben nicht geh`n,
kann man nicht des Anderen Empfindungen seh`n.
Um zu reagieren, gemeinsam zu lachen oder zu trauern,
sonst wird es schier unendlich dauern.
Drum nutz deine Gefühle, laß sie einfach raus,
denn Seelendruck hälst du nicht für ewig aus.


MichyReincke per Telefon / Januar 2006
"Mutig, mutig!"

Verständnis für das Unbegreifliche / Der Eppendorfer – Zeitschrift für Psychiatrie / Esther Geißlinger / Dezember 2005
"Schattenbilder" – Gedichtband aus der Feder eines "Psychiatrie-Arbeiters" Ich hatte keine Wahl / Ein Durcheinander, nur unsortiert / die Sinne verwirrt, plötzlich war's passiert... "Sinne verwirrt" heißt das Gedicht, aus dem diese Zeilen stammen. Geschrieben hat sie Uwe Friedrichs, der von 1977 bis 2001 in der Fachklinik für Kinder- und Jugenpsychiatrie in Schleswig arbeitete und seit 2002 die Begegnungsstätte der Brücke Schleswig leitet, einen offenen Treff für psychisch Kranke. Bekannt geworden ist der gebürtige Schleswiger und Vater von zwei Kindern auch damit, dass er das "Rockpalästchen" erfand, ein Musikprojekt an der Fachklinik, bei dem Nachwuchsbands der Umgebung sich einem größeren Publikum präsentieren können. Dass Friedrichs sich mit psychisch Kranken auskennt, dass er versteht, wie und was sie fühlen, ist den Gedichten anzumerken, die in seinem Erstlingswerk "Schattenbilder" gesammelt sind. Bei einer Feierstunde in Schleswig wurde das Werk vorgestellt. "Für Schleswig-Holstein und die psychosoziale Gemeinde ist das etwas Wichtiges und Besonderes", lobte der ärztliche Direktor der Fachkliniken Schleswig, Dr. Arndt Michael Oschinsky, in einem Grußwort, das Kliniksprecherin Inke Asmussen verlas – Oschinsky fehlte wegen einer Familienfeier an diesem Abend. Es gebe viel Literatur von psychisch Kranken, "aber auch wir, die mit psychisch Kranken arbeiten, müssen signalisieren, dass uns das Thema am Herzen liegt." Dies hat Friedrichs getan: In jedem seiner Gedichte spricht eine andere Person – mal ein Mensch, der sich mit seiner eigenen Krankheit auseinandersetzen muss, mal ein Verwandter, der sich um seinen Angehörigen sorgt: "Du wohnst nebenan, aber ich kannte dich kaum / hast nie gegrüßt, konntest mir nicht in die Augen schaun'n / Ich fand dich arrogant, hattest so eine komische Art / nicht ein Wort, ich fand dich apart. / Bis ich dann dachte, du fängst einfach nicht an / sprichst ihn an, irgendwann."" Es geht um Verständnis für das Unbegreifliche, das eine psychische Krankheit mit sich bringt, für den Betroffenen selbst und seine Umgebung. Es geht darum, Menschen mit einer solchen Krankheit nicht abzuschieben, sondern zu ihnen zu halten. "Jeder Text stammt von einer Begegnung", hat Dr. Oschinsky beim Lesen festegestellt. "Und was das Geschriebene offen lässt, füllt Claus Göhler mit seinen Bildern." Denn das kleine Buch besteht nicht nur aus Texten: Jedem Gedicht ist ein Foto beigestellt, Schwarzweißaufnahmen von Himmeln, Landschaften, Blumen, Steinen. Oft sind es sehr kleine Dinge, die Claus Göhler vor die Linse nahm. Der ausgebildete Fotograf war einige Jahre im Landesarchiv und Museum für Kunst und Kultur im Schloss Gottdorf angestellt, bevor er sich mit einem Fotostudio in Schleswig selbständig machte.

"Schattenbilder" – wenn die Psyche erkrankt / Schleswiger Nachrichten 04. November 2005
"Macht bloß keine Lyrik, das verkauft sich nicht." Viele Jahre hat sich Verleger Rudi Duwe an diesen Rat von Kollegen gehalten. Für zwei Schleswiger machte der Inhaber des "Verlageinundsiebzig" aus Plön nun eine Ausnahme. Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist ein Buch mit dem Titel "Schattenbilder". Es enthält Gedichte aus der Feder des Psychiatrie-Fachmannes Uwe Friedrichs und Bilder des Fotografen Claus Göhler. Friedrichs hat ein Vierteljahrhundert in der Psychatrie gearbeitet, zunächst war er in der Fachklinik tätig, seit 2002 leitet er die Begegnungsstätte der "Brücke". Eine wesentliche Erfahrung aus dieser Arbeit: Noch heute kann eine psychische Erkrankung die Betroffenen zu Aussätzigen machen. Das Thema ist tabuisiert. Unkenntnis schürt Ängste, Patienten werden verunsichert. Das Buch von Friedrichs und Göhler hilft dabei, diese Verhaltensmuster durchbrechen zu können. Es weckt Verständnis. Friedrichs schildert in seinen Gedichten mit angemessenen klaren und einfachen Worten das Seelenleben Betroffener und das Empfinden von Angehörigen. Ernsthaft und respektvoll setzt er sich mit ihren Gefühlen auseinander. Und er mach deutlich, dass eine psychische Erkrankung weder angeboren noch Teil des Charakters ist. Jeden kann es treffen – Schicksalsschläge als Auslöser. Die Fotos von Claus Göhler sind mehr als eine Illustration. Wer sich in die Gedichte von Uwe Friedrichs vertieft, in dessen Kopf entstehen fast automatisch die Bilder von Göhler. Mit dieser Hilfe lässt sich gewissermaßen überprüfen, ob man die Gedichte verstanden hat. Sie sind der Blic in die Seele der Betroffenen. Göhler hat in überzeichneter Weise mit Licht und Schatten Eindrücke erzeugt: Orientierungslosigkeit, Machtlosigkeit, aber auch Hoffnung. Das Buch ist ein geglücktes Experiment – ein Gedichtband, der auklärt, auch den Verleger. Am Abend der Buchvorstellung in der "Stampfmühle" wurden an die Zuhörer mehr als 50 Bände veräußert. Lyrik verkauft sich eben doch.

"Schattenbilder" machen nachdenklich / Wochenschau 11. November 2005
"Meine 25-jährige psychatrische Erfahrung niederzuschreiben, war schon immer mein Wunsch", schreibt Uwe Friedrichs imm Vorwort seines Buches "Schattenbilder", das er im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Cafe Stampfmühle der Öffentlichkeit vorstellte. Die Idee, ein Gedichtband zu verfassen, kam ihm am Rande eines Psychosesminars, das er orgnisiert hatte und auch eröffnen sollte. "Doch wie steigt man ein, was sagt man als Erster, wenn man vor die Seminarteilnehmer tritt" fragte sich Uwe Friedrichs. "Ein Gedicht als Einstieg", dachte er und fand den Mut, es zu tun. Die Seminarteilnehmer reagierten ausgesprochen positiv, was ihn dazu bewegte, weitere Gedichte zu schreiben. Ideen dazu hatte er genug, und so hat Uwe Friedrichs in seinem Buch "Schattenbilder" stolze 32 Gedichte zusammengetragen. "Sie sind sehr speziell, denn es geht um psychische Kranke mit all ihrer Trauer, den Gefühlen und Empfindungen", beschreibt Uwe Friedrichs seine Gedichte, die jeweils von einer dazu passenden Fotografie ergänzt werden. Dafür konnte er den Schleswiger Fotografenmeister Claus Göhler und für den Druck den Plöner Verleger Rudi Duwe vom "verlageinundsiebzig" gewinnen. "Dieser Gedichtband ist für Schleswig etwas ganz besonderes", sagte die Pressesprecherin der Fachklinik Schleswig, Inke Asmussen in ihrem Grußwort und wünschte dem Buch viel Erfolg. Das der Abend sehr harmonisch verlief, dafür sorgten auch der Wiener Schauspieler Franz Kratochwill, der aus dem Gedichtband "Schattenbilder" einige ausgewählte Gedichte vorlas und Pim Hoppe, der mit einfühlsamem Gesang und Gitarrenspiel einen entsprechenden musikalischen Rahmen schuf.