Dreizehn Weihnachten auf See

Peter-Michael Luserke

ISBN: 978-3-928905-50-3
Seitenzahl: 71
Verarbeitung: Englische Broschur mit Schutzumschlag
Preis: 7,90 Euro
vergriffen
Der Traum des Autors von der Seefahrt erfüllte sich von der Ausbildung zum Schiffsjungen bis zum Kapitän. Nach mehr als 30-jähriger Fahrenszeit blieb Peter-Michael Luserke endgültig an Land. Dass das Buch auf Anhieb eine starke Resonanz gefunden hat, ist durchaus nachvollziehbar, wirkt doch seine offene, teilweise brüskierende Sprache in Verbindung mit einer scharfen Beobachtungsgabe und psychologischem Einfühlungsvermögen sowie fachlichen Kenntnissen und persönlichen Erfahrungen authentisch und weckt auch bei Insidern ein Schmunzeln. Gerade weil sich das Umfeld an Bord im Zuge der Industrialisierung und Containerisierung des Seeverkehrs sowie durch multinationale Crews gravierend gewandelt hat und damit Erlebnisse und Erfahrungen der beschriebenen Art seltener geworden sind, können sie den Leser besonders fesseln: Keine verkitschten Feiertagsgeschichten und Legenden, die Klischees von der für Seeleute manchmal problematischen Situation zu Weihnachten an Bord bedienen. »Ich wollte zeigen, dass der Alltag auch schöne Sachen bringt«, beschreibt der Autor seine Intention.
Homepage Peter-Michael Luserke


Leseprobe
Wie alles anfing
Es hatte viele lange und erbitterte Kämpfe gekostet, bis ich meine Mutter davon überzeugt hatte, wie sinnlos Schule sei, da ich doch partout zur See fahren wollte und kein anderer Beruf jemals in Frage käme. Nachdem auch die Leistungen entsprechend in den Keller gegangen waren, gab sie schließlich nach – und ich startete im September 1958 endlich meine Laufbahn in der „Mosesfabrik“, der Schiffsjungenschule in Elsfleth an der Weser. Die vorgeschriebene Grundausrüstung wurde gekauft und meine Mutter ließ es sich nicht nehmen, mich dort persönlich abzuliefern. Mit gemischten Gefühlen nahmen wir Abschied - es sollte eine Trennung für Monate werden.
Die drei Monate verliefen wie im Fluge. Es gab täglich neue Berichte und Vorträge über den zukünftigen Beruf. Und so nahmen wir die Grundregeln, die nicht nur aus trockenem Lernstoff bestanden, gerne in Kauf. Leben in der Gemeinschaft, sportliche Anforderungen beim „Pullen“ und Freizeitvergnügen im Elsflether Nachtleben, das leider streng reglementiert war, denn es gab „Landgang“ nur bis 22.00 Uhr. Das schaffte klare Linien, bei denen die Einheimischen oft die Verlierer waren. Um ihre „Rechte zu wahren“ so nach dem bekannten ländlichen Motto „uns Heuhner pett wie sülben“, gab es manch blaues Auge, wagte man den Heimgang außerhalb der Gruppe.
Die Schulmädchen liebäugelten mit uns Schiffsjungen, während die etwas älteren sich den Seefahrtschülern hingezogen fühlten. Böse Zungen behaupteten, ein Patent ließe sich einfacher und bequemer erreichen wenn man sich an gewisse Rituale hielt: Schiffsjungenschule verlieben, Steuermannsabschluss Verlobung und Kapitänspatent Hochzeit mit einer der Dorfschönen.
Eine Heuer bei Lehrgangsende fand ich rechtzeitig und mein lang gehegter Wunsch, endlich zur See zu fahren, sollte sich kurz vor Weihnachten erfüllen. Mein zukünftiger Kümo-Kapitän und gleichzeitiger Reeder schickte mir eine Fahrkarte bis Rendsburg und sogar noch ein kleines Taschengeld. Ich solle mich dort beim Schiffshändler im Kreishafen melden und auf ihn warten.
Stolz meinen Seesack mit der Erstausrüstung schwingend, kam ich vom Bahnhof mit leicht wiegendem Seemannsgang – den hatten wir schon in Elsfleth geübt – dort an. Doch die enttäuschende Auskunft war, dass „mein“ Schiff noch nicht gemeldet sei. Ich könne warten. Plünnen also erstmal abgeladen, dann kam mein erster Landgang: Durch das weihnachtlich geschmückte Rendsburg. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass Weihnachten kurz vor der Tür stand und dies mein erstes Fest fern von zu Hause sein würde. Zwar waren wir damals noch nicht cool, aber kernig, womit man aufkommende Gefühlsduseleien auch ersticken konnte.
Immer wieder ging ich zum Schiffshändler und fragte nach einer Nachricht für mich – ohne Erfolg. Die Schiffshändler waren damals rund um die Uhr im Wachbetrieb besetzt, um die nur kurz verweilenden Schiffe mit allem nötigen zu versorgen. Ich vertrieb mir die Zeit mit kleinen Hilfsleistungen und die Wachmannschaft verpflegte mich und stellte mir eine Koje zur Verfügung.
Am Heiligen Abend war ich, je später es wurde, dann doch nicht mehr ganz so kernig und meine Stimmung sank langsam auf ihren Tiefpunkt. Plötzlich ging die Tür auf, eine mütterlich-resolute Frau kam in den Laden und fragte lautstark nach ihrem Moses. Sie war die Ehefrau meines künftigen Kapitäns und Reeders und nahm mich erst mal mit nach Hause. Dort rief sie meine Mutter an, die sich schon Sorgen gemacht hatte  und steckte mich in die Badewanne, was sicher längst überfällig war. In der Zwischenzeit leuchtete der Weihnachtsbaum in voller Pracht und der Duft einer Gans durchzog das festlich geschmückte Haus. Zwei Söhne und ein kleiner Nachkömmling saßen schon wartend am Tisch und es wurde nach einem kurzen Gebet ordentlich zugelangt. Hinterher fand die Bescherung statt und ich hatte doch ein wenig zu schlucken, weil ich ein Riesen-Paket von meiner Mutter vorfand, die es ohne mein Wissen zur Reeder-Familie geschickt hatte. Außer einem großen bunten Teller mit vielen selbstgebackenen Leckereien lag dort auch ein dicker Parker für mich, über den ich mich noch lange während des strengen skandinavischen Winters erfreuen sollte.
Spät in der Nacht kam mein zukünftiger Kapitän und Reeder nach Hause. Wir saßen noch bis weit nach Mitternacht unterm Weihnachtsbaum.
Am Ersten Weihnachts-Feiertag, nach einem reichhaltigen Mittagessen, ging es dann endlich los mit meiner Seefahrt und wir starteten von Rendsburg aus Richtung England.



Berliner Morgenpost am 22. 12. 2007 und Welt am Sonntag am 23. 12. 2007
Heiligabend auf hoher See
Von Karin Lubowski
Wie wird Weihnachten an Bord eines Schiffs weitab von zuhause gefeiert? Eine Ausstellung in Flensburg berichtet von Bräuchen der Seefahrer im Spiegel der Zeiten
Die meisten Menschen zieht es Weihnachten nach Hause. Was aber, wenn das nicht geht - bei Seeleuten, die Tausende Meilen von zu Hause entfernt durch die Weltmeere schippern? Kann man wirklich auf See feiern, unter Fremden und südlich-heißer Sonne? Oder wird das Heimweh in Rum ersäuft?
"Weihnachten liegen an Bord Gefühle blank", sagt der Kapitän a. D. Peter-Michael Luserke aus Schleswig-Holstein. Ganze drei Mal verbrachte er zu Fahrenszeiten - und das sind fast 30 Jahre - das Fest bei seiner Familie. Viele andere Heilige Abende hat seine Frau keine Mühen gescheut, um wenigstens kurze Zeit mit ihm verbringen zu können - dort, wo sein Schiff gerade angelegt hatte.
Leicht ist Dorothee Luserke, Tochter eines Fischers, nicht zu erschüttern. Aber Weihnachten allein? "Wir haben auch ohne ihn immer gefeiert, wie es sich gehört", sagt die Mutter dreier Söhne. "Aber wenn die Kerzen dann heruntergebrannt waren und ich allein in der Stube saß, musste ich doch manches Mal schlucken."
Wann immer es möglich war, reiste sie ihrem Mann hinterher - trotz ihrer Anfälligkeit für Seekrankheit. Einmal überraschte sie ihn in Rotterdam. Nicht nur Geschenke brachte sie mit, sondern auch den jüngsten Sohn und den Hund - und übernahm auch gleich die Kombüse, aus der der heimwehkranke Smutje geflohen war.
Solche gemeinsamen Feste sind für viele Seeleute unvergessliche Ausnahmen. "Natürlich wird auch an Bord gefeiert", sagt Luserke. "Es gibt Braten und einen Tannenbaum. In früheren Zeiten wurden Telegramme verlesen, und wir hörten natürlich Norddeich Radio. Dann haben sich Kapitän und Offiziere möglichst früh zurückgezogen, damit die Mannschaft sich in Ruhe betrinken konnte. Am Heiligen Abend werden selbst die rauesten Seebären sentimental."
Ohne die christliche Seefahrt wäre Weihnachten wohl nicht das Fest, das heute in aller Welt gefeiert wird. Es waren schließlich Seeleute, die Weihnachtsbräuche um die Erde schipperten. Den mit Kerzen geschmückten Tannenbaum zum Beispiel, der seinen Ursprung um 1660 in Deutschland hatte, brachten aus dem Erzgebirge stammende Seefahrer in die Welt hinaus.
Und die Geschichte vom Nikolaus importierten holländische Seefahrer 1621 in die Neue Welt, als sie zum Dank für eine gelungene Überfahrt eine "Sinterklaas"-Statue in Manhattan aufstellten. Das war kein Zufall: Der Nikolaus ist seit jeher Schutzpatron nicht allein der Kinder, sondern auch der Kaufleute und Seefahrer. Der niedersächsische Küstenlandkreis Cuxhaven hat den Heiligen darum auch in seinem Wappen verewigt.
Selbst nüchterne Seemänner erinnern sich in der Fremde gern an die Traditionen. "Gelebtes Brauchtum", nennt das Thomas Overdick vom Flensburger Schiffahrtsmuseum, das die Sonderausstellung "Weihnachten auf See" (siehe Kasten) zeigt. Das Thema ist ein Phänomen mit "vielen Geschichten, aber kaum Material", dafür aber umso mehr Gefühl, das sich, je größer die Entfernung zur Heimat, desto fester an den Tannenbaum klammert. In der Kaiserlichen Marine entstand vor über 100 Jahren der Brauch, dass ein deutsches Schiff, egal wo es sich befindet, zu Weihnachten an der Mastspitze einen Christbaum aufpflanzt.
Die Ausstellung zeigt auch eine Tanne, die per Schlauchboot bei schwerer See vor Grönland vom Fischtrawler "Ahrensburg" aufgenommen wurde, und an der die Salzkristalle heller funkelten als andernorts das Lametta. Ebenfalls sehenswert ist ein Christbaum Marke Eigenbau, den der Zimmermann der Viermastbark "Hebe" im Jahr 1900 vor Chile für einen heimwehkranken Schiffsjungen bastelte - aus Besenstiel, Seil, Ketten und grüner Farbe.
Dekoriert wurde auch der Rettungsring des Kreuzfahrtschiffs "Maxim Gorki": einer Flasche Krimsekt hängt darin. Flasche und Ring verschenkten die russischen Seeleute als Dank für einen geschenkten Baum im fremden Hafen.
Auch das Segelschulschiff "Gorch Fock" schmückt alljährlich ein selbst gebastelter Christbaum aus gefärbtem Tauwerk. Erst wenn das Schiff kurz vor Weihnachten von seiner Ausbildungsreise in Kiel angekommen ist, ergänzt eine Tanne am Bug den festlichen Schmuck.
Eine deftige Weihnachts-Anekdote spielt an Bord der preußischen Brigg "Königin Elisabeth" vor gut 150 Jahren: "Gott sei seiner Seele gnädig!" konterte der Kapitän einen Mann-über-Bord-Alarm im Sturm. Als man ihm aber meldete, dass nicht ein Matrose, sondern das zum Weihnachtsbraten bestimmte Bordschwein in die tosende See gestürzt war, brüllte er augenblicklich: "Boot utsetten un das Swien bargen!" (plattdeutsch für "Boot aussetzen und Schwein bergen!"). Doch da sich keine Freiwilligen fanden, blieb der Braten auf See.
Überraschungen zu Weihnachten hat auch Kapitän Luserke erlebt. So schildert er im Buch "13 Weihnachten auf See" sein erstes Fest fern von zu Hause als 14-jähriger Schiffsjunge: "Zwar waren wir damals noch nicht cool, aber kernig, womit man Gefühlsduselei auch erstickte ..." Kurzzeitig habe er aber dann doch die Fassung verloren: "Weil ich an Bord ein Riesenpaket von meiner Mutter erhielt."

Wie kommt der Baum an Bord?
Ausstellung
Wie kommt der Christbaum an Bord, und wie wird Ersatz beschafft, wenn kein Baum verfügbar ist? Fragen wie diese beantwortet das Flensburger Schifffahrtsmuseum in der Sonderausstellung "Weihnachten auf See", die noch bis 6. Januar 2008, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 16 Uhr, zu sehen ist. Zeitgleich kann dort auch die speziell für Kinder konzipierte Schau "Förde - Ostsee - Ozean. Kapitäne" besucht werden.

Kapitäns-Erinnerungen
Was zu Weihnachten an Bord passieren kann, und wie Seemannsfrauen mit den Berufen ihrer Männer klarkommen, hat der Kapitän a.D. Peter-Michael Luserke, 63, aus Schleswig-Holstein in zeitlosem, klarem Stil aufgeschrieben. Mit viel Herz und Humor erzählt er in seinen Lebenserinnerungen "Dreizehn Weihnachten an Bord" Advents-Anekdoten aus mehr als 30 Jahren auf See. Luserkes Buch ist erschienen im "verlageinundsiebzig" (im Internet www.verlag71.de) und kostet 7,90 Euro.  kim

Schleswig Holstein Zeitung – Schleswig Holstein am Sonntag vom 23. 12. 2007
Weihnachten auf See
Nur dreimal verbrachte Kapitän a.D. Peter-Michael Luserke die Weihnachtsfeiertage mit seiner Familie.
Heute schreibt er Bücher über die Seefahrt.
Ratjendorf – Peter-Michael Luserke war ein Seemann aus altem Schrot und Korn. Mit strahlenden „Traumschiffahrtskapitänen“, die beim Captain’s Diner allabendlich gepflegte Konservation betreiben, hatte er nichts gemein. „Ich wollte nie Passagierschiffe fahren, sondern zur Handelsmarine“, bekennt der Kapitän aus Leidenschaft.  Aus gesundheitlichen Gründen musste er seinen Beruf aufgeben.
Heute lebt der 63-Jährige mit Ehefrau Dorothee in Ratjendorf. Reisen hinaus in die Welt unternimmt Luserke jetzt vom Schreibtisch aus. Mehrere  Bücher hat er über seine spannenden Erlebnisse  an Bord und Daheim geschrieben, weitere sind in Planung.
Schon in jungen Jahren steht für den Berliner Jung’ fest, dass er zur See fahren will. „Zur Schule hatte ich keinen Bock mehr, immer schlechtere Leistungen waren die Folge.“  Schließlich gibt die Mutter dem Drängen ihres Sohnes nach. Mit 15 Jahren beginnt er eine dreimonatige Ausbildung in der Schiffsjungenschule Elsfleth an der Weser.
Die Erlebnisse, die er anschließend auf seinem ersten Kümo (Küstenmotorschiff) macht, setzen seinen Traum vom „Abenteuer Seefahrt“ einen Dämpfer auf. Von Rendsburg sticht er Weihnachten 1959 Richtung Schweden in See. „Die ersten Tage verliefen noch recht positiv, bis das Schiff in seinem Element war und die Seekrankheit mich fürchterlich plagte. Ich wollte den soeben begonnenen Beruf gleich wieder an den Nagel hängen“, schmunzelt Luserke. Nach der Umrundung von Skagen wird die See ruhiger und seine Lebensgeister kehren zurück.
Später wird er zum Kapitän avancieren und weltweit fahren. Afrika, Südamerika, Fernost. Wie es damals an Bord zuging? „Das war harte körperliche Knochenarbeit und viel Routine“, meint Luserke und bedauert: „Ich habe meine besten Jahre zwischen 16 und 21 in einer reinen Männergesellschaft verbracht, mit vier Mann in einer Kabine, ohne Privatsphäre.“
Als Luserke Mitte der Siebziger seine Frau Dorothee kennen lernt, packt den jungen Mann der Ehrgeiz. Er macht seine Patente und steuert den Ehehafen an. Sohn Jörg komplettiert das Glück. Was es heißt mit einem Seemann verheiratet zu sein, erfährt Dorothee schnell. Etliche Monate des Jahres ist das junge Paar voneinander getrennt. „Normalerweise war ich immer vier bis sechs Monate am Stück weg. Als meine Frau und ich uns gerade drei Jahre kannten, war ich sogar einmal 16 Monate nicht zu Hause“.
Couragiert stellt sich seine Gattin den Herausforderungen einer Seemannsehe, managt Haushalt und Kind. „Meine Frau hat meinen Beruf trotz vieler langer Trennungsphasen und Entbehrungen akzeptiert, weil sie selbst genug um die Ohren hatte. Unsere Ehe funktioniert bis heute“, freut sich Peter-Michael Luserke.
Über 30 Jahre ist die Seefahrt sein Leben. Als er den geliebten Beruf aufgrund von gesundheitlichen Problemen 1993 aufgeben muss, fällt er „in ein tiefes schwarzes Loch“. Doch sein „Ehegespons“ weiß Rat. Als das Paar am heiligen Abend  beieinander sitzt, stellt es fest, dass  es nur dreimal das Glück hatte, Weihnachten gemeinsam zu verbringen. „Meine Frau machte den Vorschlag, dass ich all meine Erlebnisse einmal aufschreiben sollte“, schildert Luserke den Start in die Autorentätigkeit. Das Erstlingswerk „Dreizehn Weihnachten auf See“, lässt nicht lange auf sich warten. Der Kapitän a.D. erzählt authentisch und mit einem Augenzwinkern eine Reihe geglückter und missglückter Weihnachtserlebnisse. Die Bücher „Dreizehn Geschichten aus der Seekiste“, „Dreizehn Kapitänsgeschichten“, „Dreizehn tierische Geschichten“ und „Dreizehn Seemannsfrauen erzählen“ folgen. Was es mit der Zahl 13 auf sich hat? Luserke lacht: „Die 13 ist zu meinem Markenzeichen geworden. Sie ist für mich eine magische Zahl, Seeleute sind eben abergläubisch“. Und so hat die 13 ihm nicht nur Glück gebracht, sondern auch verloren geglaubten Lebensmut zurückgegeben.
Silke Bromm–Krieger

Leinen los! Magazin des Deutschen Marinebundes e.V. – Dezember 2007
Dreizehn Weihnachten auf See
ist das erste Werk des 1944 in Weißenfels geborenen und in Berlin aufgewachsenen Autors und Kapitäns Peter-Michael Luserke. „Leinen los!“ hat bereits seine Bücher „Dreizehn Kapitänsgeschichten“ und „Dreizehn Geschichten aus der Seekiste“ vorgestellt.
Die Geschichten des gelernten Seemanns wurden schon lange vor diesem Buch in diversen Tageszeitungen und Zeitschriften veröffentlicht, denn Luserke versteht es, seine Leser mit seinen kurzen Geschichten zu fesseln. Durch seine offene, teilweise grobe Sprache in Verbindung mit einer scharfen Beobachtungsgabe, Sachverstand und persönlicher Erfahrung wirkt alles, was er erzählt, authentisch.
In den 13 Kapiteln des schmalen Bandes findet man keine kitschigen oder schmalzigen Feiertagsgeschichten und Legenden, die irgendwelche maritimen Klischees bedienen. Luserke wollte zeigen, „dass der Alltag auch schöne Sachen bringt“. Dies ist ihm in diesem Büchlein gelungen. Schade, dass es nur 13 Geschichten auf 70 Seiten sind!

Ein Besuch bei Kapitän a. D. Peter-Michael Luserke in Ratjendorf
Nur dreimal Weihnachten bei der Familie verbracht. Peter-Michael Luserke war ein Seemann aus altem Schrot und Korn. Mit strahlenden „Traumschiffkapitänen“, die beim Captains-Diner allabendlich gepflegte Konversation betreiben, hatte er nichts gemein. „Ich wollte nie Passagierschiffe fahren, sondern zur Handelsmarine“, bekennt der Kapitän aus Leidenschaft. Aus gesundheitlichen Gründen musste er seinen Beruf 1993 aufgeben. Heute lebt der 62-Jährige mit Ehefrau Dorothee in Ratjendorf im Herzen der Probstei. Reisen hinaus in die Welt unternimmt Luserke jetzt gern vom Schreibtisch aus. Vier Bücher hat er über seine spannenden Erlebnisse an Bord und Daheim geschrieben, weitere sind in Planung. Schon in jungen Jahren steht für Peter-Michael Luserke fest, dass er zur See fahren will. Voller Tatendrang setzt der Berliner Jung’ aus dem Stadtteil Dahlem alles daran, dem ersehnten Ziel näher zu kommen. „Zur Schule hatte ich keinen Bock mehr, immer schlechtere Leistungen waren die Folge“. Schließlich gibt die Mutter dem Drängen ihres Sohnes nach. Er verlässt die Lehranstalt und beginnt mit 15 Jahren eine dreimonatige Ausbildung in der Schiffsjungenschule Elsfleth an der Weser. Die Erlebnisse, die er anschließend auf seinem ersten Kümo macht, setzen seinem Traum vom „Abenteuer Seefahrt“ einen Dämpfer auf. Von Rendsburg aus sticht er Weihnachten 1959 Richtung Schweden in See. „Die ersten Tage verliefen noch recht positiv, bis das Schiff in seinem Element war und die Seekrankheit mich fürchterlich plagte. Ich wollte den soeben begonnenen Beruf gleich wieder an den Nagel hängen“, schmunzelt Luserke. Nach der Umrundung von Skagen wird die See ruhiger und seine Lebensgeister kehren zurück. Später wird er zum Kapitän avancieren und weltweit fahren. Afrika. Südamerika. Fernost. Wie es damals an Bord von Frachtschiffen zuging? „Das war harte körperliche Knochenarbeit und viel Routine“, meint Luserke und bedauert: „Ich habe meine besten Jahre zwischen 16 und 21 Jahren in einer reinen Männergesellschaft verbracht, mit vier Mann in einer Kabine, ohne Privatsphäre“. Als Luserke Mitte der Siebziger seine spätere Frau Dorothee kennen lernt, packt den jungen Mann der Ehrgeiz. Er macht, zugegebenermaßen recht spät, seine Patente und steuert den Ehehafen an. Sohn Jörg komplettiert das Glück. Was es heißt, mit einem Seemann verheiratet zu sein, erfährt Dorothee schnell. Etliche Monate des Jahres ist das junge Paar voneinander getrennt. „Normalerweise war ich immer vier bis sechs Monate im Stück weg. Als meine Frau und ich uns gerade drei Jahre kannten, war ich sogar einmal 16 Monate nicht zu Hause“. Couragiert stellt sich seine Gattin den Herausforderungen einer Seemannsehe, managt Haushalt und Kind und widmet sich einer Aufgabe, die ihren ganzen Einsatz erfordert: Sie kümmert sich um verletzte Tiere. Bald bevölkert ein kleiner Privatzoo das Grundstück der Familie, während Luserke als Kapitän über die Weltmeere schippert. „Meine Frau hat meinen Beruf trotz vieler langer Trennungsphasen und Entbehrungen akzeptiert, weil sie selbst genug um die Ohren hatte. Unsere Ehe funktioniert bis heute“, freut er sich. Ehefrau gab Anstoß zum Schreiben. Über 30 Jahre ist die Seefahrt Luserkes Leben. Als er den geliebten Beruf aufgrund von gesundheitlichen Problemen 1993 aufgeben muss, fällt er „in ein tiefes schwarzes Loch“. Doch sein „Ehegespons“ weiß Rat. Als das Paar am Heiligen Abend beieinander sitzt, stellt es fest, dass es nur dreimal das Glück hatte, Weihnachten gemeinsam zu verbringen. „Meine Frau machte den Vorschlag, dass ich all meine Erlebnisse einmal aufschreiben sollte“, schildert Luserke den Start in die Autorentätigkeit. Das Erstlingswerk „Dreizehn Weihnachten auf See“ lässt nicht lange auf sich warten. Luserke erzählt in dem 70 Seiten starken Büchlein authentisch und mit einem Augenzwinkern eine Reihe geglückter und missglückter Weihnachtserlebnisse. Die Bücher „Dreizehn Geschichten aus der Seekiste“, „Dreizehn Kapitänsgeschichten“ und „Dreizehn tierische Geschichten“ folgen. Was es mit der Zahl 13 auf sich hat, die in allen Buchtiteln vorkommt? Der Autor lacht: „Die 13 ist zu meinem Markenzeichen geworden. Sie ist für mich eine magische Zahl, Seeleute sind eben abergläubisch.“ Und so hat die 13 ihm nicht nur Glück gebracht, sondern auch verloren geglaubten Lebensmut zurückgegeben. Etliche Tage im Jahr ist der Autor auf Lesereise unterwegs, absolviert Fernseh- und Rundfunkauftritte, gibt Interviews, kümmert sich selbst um PR und Vertrieb und ist froh, dass seine amüsanten Seefahrergeschichten im unkompliziertem Stil eine positive Resonanz erfahren. Ob es den früheren Kapitän nicht manchmal wieder hinaus auf das weite Meer zieht? „Nein, Fernweh habe ich nicht. Dieser Abschnitt meines Lebens ist endgültig vorbei“. Weitere Informationen über den Kapitän und seine Bücher unter www.Luserke.info oder www.verlag71.de. Silke Bromm- Krieger

an Bord 5/2007
An Weihnachten ist man am liebsten bei der Familie zu Hause. Doch gerade für Seefahrer ist das oft nicht möglich. Der frühere Kapitän und heutige Autor Peter-Michael-Luserke erzählt in dreizehn Kurzgeschichten von der Adventszeit und dem Weihnachtsfest auf See. Aus seinem 30-jährigen Seefahreralltag berichtet er etwa von der seekranken Ehefrau, die ihn zu Weihnachten an Bord besucht, oder seiner Hündin Susi, die am Heiligabend Junge bekommt.
Im Vorwort schreibt Luserke: »Als ich 1993 meinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, stellten wir am Heiligabend fest, das wir in unserem gemeinsamen Leben nur dreimal das Glück hatten, Weihnachten zusammen zu verbringen, teilweise noch unter erheblichen Widrigkeiten. Letztendlich gab das den Anstoß darüber zu schreiben.«
Die 71 Seiten bieten eine unterhaltsame Lektüre nicht nur für Seemänner und -frauen, denn der Autor erklärt alle Begriffe auch für »Landratten«.
Von Luserke erschienen bisher: »Dreizehn Kapitänsgeschichten«, »Dreizehn Geschichten aus der Seekiste« sowie »Dreizehn Tierische Geschichten«. RL

Kieler Nachrichten - 7. November 2006
Dass Seeleute nicht abergläubig sein müssen, zeigt Peter-Michael Luserke. Der 1944 in Weißenfels geborene und heute in Krummbek bei Kiel lebende Kapitän hat sich an der Zahl 13 festgebissen. In diesem Herbst brachte er eine Neuauflage seines Buches „Dreizehn Weihnachten auf See" heraus. 13 Kurzgeschichten erzählen dabei auf 70 Seiten weihnachtliche Begebenheiten aus der Seefahrt. F.B.

Probsteier - Nr. 45 vom 9. November 2006
Neuauflage: „Dreizehn Weihnachten auf See“. Dm. Der Kapitän ist wieder an Bord – zumindest was das Schreiben betrifft. Peter-Michael Luserke hat mit der Neuauflage seines Erstlingswerkes „Dreizehn Weihnachten auf See“ wieder Fahrt aufgenommen. Den 1944 in Weißenfels geborenen und in Berlin aufgewachsenen Autor zog es schon früh zur See – vom Schiffsjungen bis hin zum Kapitän. Nach 30 Jahren mit und gegen den Wind ging es an Land und an den Schreibtisch. Er verfasste Kurzgeschichten. Das Markenzeichen ist dabei immer die Zahl 13. Nach „Dreizehn Kapitänsgeschichten“, ebenso vielen Geschichten aus der Seekiste und schließlich den „Dreizehn tierischen Geschichten“ nun die Neuauflage seines ersten Erfolges. „Dreizehn Weihnachten auf See“ ist laut Kritikern geprägt durch seine offene, humorvolle, einfühlsame Schreibweise mit einer scharfen Beobachtungsgabe. Bei den persönlichen Erfahrungen des Wahl-Kielers ist das Schmunzeln garantiert.

Deutsche Schiffahrts-Zeitung - 15. November 2006
Kurzgeschichten Weihnachten auf See. „Ich wollte zeigen, dass der Alltag auch seine schönen Sachen bringt“, so beschreibt der Autor Peter-Michael Luserke sein neustes Buch mit Kurzgeschichten „Dreizehn Weihnachten auf See“. Das Umfeld an Bord im Zuge der Industrialisierung und Containerisierung des Seeverkehrs sowie durch multinationale Crews hat sich gravierend gewandelt. Luserke schreibt über seine persönlichen Erfahrungen ohne verkitschte Feiertagsromantik und Klischees und über problematische Situationen zu Weihnachten auf See. Die fachlichen Kenntnisse und die scharfen Beobachtungen sind authentisch und wecken vor allem auch bei Insidern ein schmunzeln. sam

Wilhelmshavener Zeitung - 18. November 2006
Weihnachten auf See. Buch: Kapitän erzählt 13 Geschichten. Krummbek/HL. Wer erinnert sich nicht an die Übertragungen von Norddeich-Radio, wenn früher an Weihnachten die Funkgespräche der Seeleute mit ihren Familien liefen! Ein wenig dieser besonderen, längst vergangenen Atmosphäre hat der Kapitän Peter-Michael Luserke in seinem Buch „Dreizehn Weihnachten auf See“ eingefangen. Jetzt liegt die überarbeitete Neuauflage seines ersten Buches vor. Luserke spannt in diesen Geschichten den Bogen von seinen Anfängen als Schiffsjunge bis zu den Jahren als Kapitän mit eigener Familie. Viele Weihnachtsfeste hat er in dieser Zeit nicht unter dem heimatlichen Tannenbaum verbracht. Die Stimmungen an Bord der Schiffe, seine eigenen Gedanken und Gefühle – Luserke beschreibt sie offen und ehrlich. Und verschweigt dabei auch die Belastungen für die Familie nicht.

Ostsee Park Journal Raisdorf - Dezember 2006
Weihnachten auf See. Peter-Michael Luserke kennt die Seefahrt – er ist ein richtiger „Seebär“! Schon mit 15 Jahren schmiss er die Schule, um sich seinen Jugendtraum von der Seefahrt zu erfüllen. Er begann mit dem Besuch der Schiffsjungenschule in Elsfleth/Weser. Er durchlief die alte, harte aber traditionelle Laufbahn bei der Christlichen Seefahrt zu dieser Zeit. Vom Mooses bis zum Matrosen, über Offiziersanwärter, Bootsmann, Steuermann bis hinauf zum Kapitän. Anfang der Neunziger musste er aus Gesundheitsgründen seinen geliebten und gehassten Beruf aufgeben. Er wohnt heute in der Nähe von Kiel und begann nach schwerer Krankheit mit dem Verfassen von Kurzgeschichten. Von ihm erschienen unter anderem „Dreizehn Kapitänsgeschichten“, „Dreizehn Geschichten aus der Seekiste“ und „Dreizehn tierische Geschichten“ im Verlag Einundsiebzig in Plön. Im Buch “Dreizehn Weihnachten auf See“ beschreibt er seine Erlebnisse in der Weihnachtszeit. Herausgekommen sind keine verkitschten Feiertagsgeschichten, sondern echte Erzählungen, die die manchmal problematische Situation von Seeleuten zu Weihnacht beschreiben. Das Ostsee Park Journal stellt Ihnen das Werk von Peter-Michael Luserke mit einem Buchauszug vor.

Ostfriesischer Kurier vom 2. Dezember 2006

NNN Norddeutsche Neueste Nachrichten Rostock - 6. Dezember 2006
Vor Weihnachten möchten wir auch auf Peter-Michael Luserkes „Dreizehn Weihnachten auf See“ verweisen. Die Erstauflage ist bereits vor vielen Jahren im spanischen Alhulia Verlag erschienen und fand auf Anhieb starke Resonanz. Es sind keine verkitschten Feiertagsgeschichten. „Ich wollte zeigen, dass der Alltag auf See auch schöne Sachen bringt“, offenbart der Autor, der selbst vom Schiffsjungen bis zum Kapitän 36 Jahre zur See fuhr. Nur dreimal hatte er in dieser Zeit das Glück, Weihnachten ganz in der Familie zu verbringen. Das gab den Anstoß, die Geschichten wie „St. Nikolaus“, „Weihnachtsreise nach Libyen“, „Das Christkindle“, „Die Lebende Weihnachtsüberraschung“ usw. aufzuschreiben.

Ostseepark Journal Raisdorf - 14. Dezember 2006
Weihnachten ist das Fest der Liebe und für viele Menschen gleichzeitig auch ein großes Familientreffen. Seeleute haben es da besonders schwer, denn sie sind zu den Feiertagen meistens auf See und müssen ohne ihre Lieben feiern. Peter-Michael Luserke kann ein Lied davon singen, denn mehr als 30 Jahre fuhr der „Seebär“ auf den Meeren dieser Welt und erlebte so manches Weihnachtsfest an Bord. Nach dem Ende seiner Fahrenszeit wurde der ehemalige Kapitän zum Autoren und verfasst seit dem Kurzgeschichten, in denen er seine Erlebnisse auf See schildert. Sein Erstlingswerk „Dreizehn Weihnachten auf See“, das vor vielen Jahren im spanischen Verlag Alhulia erschien, wurde jetzt vom verlag einundsiebzig wieder aufgelegt. Peter-Michael Luserke berichtet darin mit einer scharfen Beobachtungsgabe und psychologischem Einfühlungsvermögen von seinen persönlichen Erlebnissen, die er in seinem geliebten und auch gleichzeitig gehassten Beruf sammeln konnte. Herausgekommen sind keine verkitschten Feiertagsgeschichten, sondern authentische Erzählungen, die die manchmal problematische Situation von Seeleuten zu Weihnachten beschreiben und auch so manchen Fahrensmann zum Schmunzeln bringen. Heute kann der ehemalige Kapitän sein Weihnachtsfest zu Hause mit seiner Familie verbringen. Unterwegs ist er aber immer noch viel – doch nun nicht mehr zur See, sondern zu Lande. Ganz Norddeutschland durchkreuzt Peter-Michael Luserke für seine Lesungen, bei denen er auch aus seinen anderen Bücher „Dreizehn Geschichten aus der Seekiste“, „Dreizehn tierische Geschichten“ und seinem neusten Werk „ Dreizehn Kapitänsgeschichten“ liest. Wer dabei sein möchte, findet die Termine unter www.Luserke.info.

Schiffahrt International Journal - Dezember 2006
Dreizehn Weihnachten auf See. 13mal Weihnachten auf See. (gl) – Der Kieler Kapitän Peter – Michael Luserke hat es mit der Dreizehn. So ist auch sein jetzt in Neuauflage im verlag einundsiebzig erschienenes Büchlein auf diese magische Zahl ausgerichtet, wenn es auch der Deutschen schönstes Fest, Weihnachten, im Mittelpunkt hat. Dabei geht es dem maritimen Autor nicht so sehr um die magische Zahl und um die Magie im Allgemeinen, es kommt auch in diesem Buch wieder sehr viel Herz und Menschlichkeit zutage. Beispiele sind der scheinbar vergessene Moses, der dann eine liebevolle Aufnahme in der Familie seines Reeders fand oder die immer wieder deutlich angesprochene (verdammte) Pflichterfüllung, die einem Seemann – und auch ein Kapitän bleibt ein Seemann – dazu zwingt, die Familie hintenanzustellen und Weihnachten an Bord zu sein. Das Büchlein ist ein empfehlenswertes Geschenk für gute Freunde zu Weihnachten.

DEWEZET Die Zeitung für das Weserbergland - 16. Dezember 2006
Seefahrerromantik statt Seemannsgarn. P.-M. Luserke: Dreizehn Weihnachten auf See. Von Jens Meyer. Er war ein Seemann, ein guter ganz gewiss, und als Peter-Michael Luserke im Ladehafen Marseille von Bord ging, konnte er es kaum erwarten, eine Telefonzelle zu finden, um endlich – nach einem Monat Pause - wieder mit seiner lieben Frau zu sprechen. Und was macht die? Die sagt ihm folgendes: „Heute ist Dienstag und Dalles läuft – aber erzähl` ruhig weiter, ich hör schon zu. Aber am besten wäre es, du rufst in einer halben Stunde wieder an.“ Welcher Seemann wäre da nicht sauer? Die halbe Stunde jedenfalls dauerte Wochen. Das ist nur eine dieser kleinen Geschichten, die Autor Peter-Michael Luserke niedergeschrieben hat in seinem Büchlein „Dreizehn Weihnachten auf See“. Ohne Zweifel ist hier der Spannungsbogen nicht immer so, wie er sein sollte. Ohne Zweifel glänzt das hier nur 72 Seiten schmale Büchlein nicht mit akribischem Wortwitz. Aber es hat Charme! Luserke, der ehemalige Kapitän, der Seebär, der nach seinem Ausstieg aus der Schiffahrt seine Erinnerungen niedergeschrieben hat. Kein Seemannsgarn, eher Seefahrerromantik in einfach verständlichen Worten. „Dreizehn Weihnachten auf See“ erzählt von der weiten Welt, von Kälte in Oslo und Wartezeiten in Benghasi. Es zeigt, wie schwer die Arbeit an Deck ist und wie sehr sich Matrosen auf das Weihnachtsfest freuen, wenn sie über Norddeich-Radio von ihren Lieben aus der Heimat gegrüßt werden. 72 Seiten in großer Schrift mit kleinen Zeichnungen drin, fast niedlich. Für einen geübten Buchleser kaum eine halbe Stunde. Aber eine schöne halbe Stunde! Und wer dazu noch die Weihnachtsplatte „Weihnachten auf hoher See“ von und mit Freddy Quinn auflegt, dem wird ganz anders ums Herz. „Dreizehn Geschichten aus der Seekiste“ und „Dreizehn tierische Geschichten“ veröffentlichte er auch schon im verlag einundsiebzig. Ganz offensichtlich ist die 13 nicht seine Unglückszahl.


Schweriner Volkszeitung - 18. Dezember 2006
Dreizehn Kapitänsgeschichten: Von hoher See und aus den Häfen. Die Ostsee hat sich bei den Weltmeeren eingereiht: Der inzwischen vierte Band, in dem Kapitäne von hoher See und aus den vielen Häfen erzählen, enthält auch Geschichten, die bei uns vor der Haustür angesiedelt sind. So beschreibt Hans-Joachim Braun DDR–typisches Ungemach in Rostock. Und erstmals kommen zwei Männer zu Wort, die jahrelang bei der Deutschen Seereederei gefahren sind. Frank Gülzow erinnert sich an das Schwitzen und Angeln von Bord. Blinde Passagiere sind Michael Schmidts Thema, alles in der einfachen Sprache von Fahrensleuten aufgeschrieben. Passend zur Jahreszeit gibt es übrigens vom selben Autor „Dreizehn Weihnachten auf See“.

Der Reporter - Nr. 51 vom 20. Dezember 2006
Vom Kapitän zum Schriftsteller. Peter-Michael Luserke erzählt unsentimentale Geschichten rund um das Weihnachtsfest. Die Dreizehn ist für Peter-Michael Luserke mittlerweile zu einer Glückszahl geworden. Seit einigen Jahren schreibt der ehemalige Kapitän, der in Krummbek lebt, Kurzgeschichten. Vier Bände seiner Erzählungen sind inzwischen erschienen und mussten zum Teil auf Grund der großen Nachfrage schon neu aufgelegt werden. Ganz gleich, ob es um Seefahrer- oder Tiergeschichten geht – jeder Buchtitel beginnt mit „Dreizehn…“ und steht dabei unverwechselbar für humorvolle, aber auch nachdenklich stimmende Episoden aus Luserkes Feder. Das Schreiben ist für Peter-Michael Luserke inzwischen mehr als ein Hobby. Eine stetig wachsende Fangemeinde erwartet immer neue Anekdoten in Buchform oder live bei Lesungen im gesamten Norddeutschen Raum. Der Stoff für weitere lebensnahe Schilderungen aus dem Alltag an Bord dürfte Peter-Michael Luserke eigentlich nicht ausgehen – schließlich hat er fast vier Jahrzehnte auf See verbracht, bis ein Berufsunfall ihn zwang, den Kapitänsberuf an den Nagel zu hängen. „Ich stand vor dem Nichts“, sagt Luserke im Rückblick. „Um den Tag wieder ein Ziel zu geben, habe ich angefangen Kurzgeschichten zu schreiben.“ Und das ist inzwischen fast zu einem Full–Time–Job geworden. Schließlich widmet sich Peter-Michael Luserke nicht nur dem kreativen Schaffen, sondern versteht sich auch bestens auf die Vermarktung seiner Bücher. „Dreizehn Weihnachten auf See“ war der erste Titel des schreibenden Kapitäns. Dass es für viele Menschen und gerade auch für die Seeleute nicht selbstverständlich ist, an Weihnachten mit der Familie unter dem geschmückten Baum zu sitzen, davon handelt Luserkes Erstveröffentlichung. „Als ich 1993 meinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, stellten wir (Peter-Michael Luserke und seine Frau Dorothee, Anm.d.Red.) am Heiligen Abend fest, dass wir in unserem gemeinsamen Leben nur drei Mal das Glück hatten, Weihnachten zusammen zu verbringen. Teilweise unter erheblichen Widrigkeiten“, heißt es im Vorwort zu „Dreizehn Weihnachten auf See“. Obwohl immer wieder von langer Hand geplant, wurde es zumeist nichts mit der trauten Familienidylle zum Fest. „Der Seemann denkt und der Reeder lenkt“ hieß es dann, und Luserke erlebte den Heiligen Abend in Libyen statt wie geplant unter dem heimischen Tannenbaum. Auch für Ehefrau Dorothee gab es immer wieder Überraschungen, die ihr viel Organisationstalent abverlangten – zum Beispiel, wenn sie über Radio Norddeich erfuhr: „Spatz, es wird doch nichts mit dem gemeinsamen Weihnachtsfest, werde wohl in England liegen. Damit wir noch was voneinander haben, schnapp Dir unseren Sohn und komm zur Schleuse. Ihr könnt die Ostseerundfahrt nach Finnland mitmachen und noch vor Weihnachten im Kanal wieder aussteigen. In zwölf Stunden sind wir in Kiel!“ Wer weihnachtliche Lektüre für sich selbst oder zum Verschenken sucht, für den könnte der Band „Dreizehn Weihnachten auf See“ von Peter–Michael Luserke mit Grafiken von Adelheit Philippsen und Dagmar Nebe das Richtige sein.

Weserkurier vom 22. Dezember 2006
Weihnachten auf See. Peter-Michael Luserke schreibt gern! Am liebsten bündelt der Kapitän, der einst in Elsfleth die Schiffsjungenschule besuchte und später große Containerschiffe über die Weltmeere steuerte, kurze, vergnügliche Geschichten aus dem Bordalltag in einem kleinen Büchlein. Immer sind es 13. So ist nun auch pünktlich zum Fest eine Neuauflage seiner „Dreizehn Weihnachten auf See“ erschienen. Es sind authentische Geschichten, keine Spur von Seemannsgarn. Luserke, der 30 Jahre auf See verbrachte, erzählt klar, direkt und oft amüsant. Wieder ein nettes, handliches Buch, das selbst in die kleine Bordbibliothek passt.