Jetzt packe ich den Seesack aus

Horst Sachse

ISBN: 978-3-928905-66-4
Seitenzahl: 160
Verarbeitung: Engl. Broschur, 4farbiger Umschlag
Preis: 11,90 Euro
vergriffen
Millionen von Menschen auf unserem Erdball haben über Tausende von Generationen etwas aufgeschrieben. Aus Buchstaben und Zahlen wurden Notizen, Listen und Tabellen, Vorschriften und Gesetzestexte, Biographien und Gedichte, alles was ihnen wichtig erschien, was nicht vergessen werden oder der Nachwelt erhalten werden sollte wurde festgehalten. Insbesondere in Büchern, in Milliarden von Büchern allen Genres.
Versuch das doch auch einmal, dachte ich mir! Setz dich hin, öffne deinen Seesack und krame in deinen Erinnerungen! Schreib einfach einen Teil deines Lebens nieder! Möglicherweise ist es sogar lesenswert? Und wenn es nicht gut geht, umsonst ist es bestimmt nicht.
Nun bin ich kein Poet und habe mich auch nie in literarischen Gefilden bewegt. Doch warum sollte ich es nicht doch tun, laufen gelernt habe ich schließlich auch?!
Weit wichtiger war es mir aber, meine Familie und meine Freunde teilhaben zu lassen an dem, was ich hauptsächlich nur allein für mich erlebt habe.
Meine Ehefrau und meine Tochter waren mir immer nah, auch wenn ich mich auf der anderen Seite des Erdballs bewegte. Viele Entbehrungen und langes Warten haben sie nie verzagen lassen. Dafür danke ich ihnen von Herzen und ich möchte sie mit dieser Niederschrift nachträglich noch einmal mitnehmen in die Zeit gemeinsamen Getrenntseins oder getrennter Gemeinsamkeit.

Auf der Webseite von DSR Seeleute Rostock ist eine kleine feine Geschichte von Horst Sachse versteckt.


Leseprobe

„Navigare necesse est!“
Wie herrlich hören sich diese drei Worte doch an! Es klingt wie eine liebliche Melodie. Schließe ich dabei vielleicht auch noch die Augen wie ein Gourmet beim Schlemmen, sehe ich das Meer, weiße Segel, höre den Schlag der Wellen und den Schrei der Möwen. Alles wird weit und unendlich. Freiheit, Abenteuer, fremde Welten! Ich sehe Karthago, Rom und Babylon, die Säulen des Herkules, den Koloss von Rhodos und viel  mehr. Abenteuerlust zieht bei diesen drei Worten  durch mein kindliches Hirn. Die Phantasie geht mit mir spazieren und Wolke Nr. 7 ist viel zu klein, dies alles aufzunehmen. Dabei begleiten mich die vielen handelnden Personen in den Büchern unserer Schulbibliothek, die ich mit Freude und Spannung förmlich zerlesen hatte. Da waren sie, die Helden der Seefahrts- und Entdeckungsgeschichte und sie hatten einen großen Stellenwert in meinen Träumen: Vasco da Gama,  Bartholomeo Diaz, Christoph Kolumbus,  Abel Tasman, Louis Antoine de Bougainville, Vitus Bering und viele andere berühmte Persönlichkeiten.
In mir hatte sich etwas aufgetan und festgesetzt, was mich einfach nicht mehr los lassen wollte: der Drang, die Welt zu sehen und vielleicht die Spuren dieser Personen zu kreuzen, deren Lebenswerk mich so sehr faszinierte.
Es hatte mich gepackt. Allen gut gemeinten Ratschlägen meiner Eltern, Lehrer und anderer kluger Menschen meiner Umgebung, mich geistig weiter foltern zu lassen, meine Schulzeit auf weitere Jahre aus zu dehnen, hatte ich widerstanden. Fernweh, nicht Schulweh plagte mich. Nicht dass ich meine Familie nicht mochte und einfach nur ausbüchsen wollte, nein, es hatte mich heiß erwischt und es brannte ein Feuer in mir, da halfen keine Löschversuche.
Ich hatte mich um eine Lehrstelle als Matrose bei der Deutschen Seereederei in Rostock beworben, hatte alle Eignungstests und Prüfungen bestanden und nun brauchte ich nur noch ein Schiff, das mich über die Meere tragen sollte. Mein Koffer war gepackt, ich war bereit, wartete nur noch auf das ok. an Bord zu jumpen. Meine Freunde beneideten mich: „Du kannst es gut haben, kommst endlich raus hier und darfst auf Schiffen um die Welt fahren!“
Mutter weinte dicke Tränen. Meine beiden kleineren Brüder verstanden das Ganze noch nicht. Sie heulten einfach mit und dicke Rotznasen hingen ihnen bis auf die Unterlippen. Vater war stolz und strahlte über alle vier Backen, obwohl ich ja nur zwei davon sehen konnte. Endlich kam der Personenzug angeschnieft und ich war froh, als ich im Abteil verschwinden konnte. Denn um die Wahrheit zu sagen, so ganz einerlei war mir auch nicht. Ich war ja genau genommen noch ein Kind, dass sich von den Seinen abnabelte.
Nun war ich in der großen Hafenstadt, meinem Tor zur Welt angekommen und platzte fast vor Aufregung und Neugier. Vom Hauptbahnhof hatte ich noch eine Strecke mit der Elektrischen zu fahren. Der Schaffner gab mir den Hinweis zum Aussteigen: „Kabutzenhof“, hier musst Du raus und dort runter geht’s zum Hafen und den Schiffen!“
Als mich mein überschwerer uralter Vulkanfiberkoffer aus der Straßenbahn gerissen hatte, konnte ich das Meer schon riechen. Alle meine Sinne waren scharf geladen und begierig sog ich die ersten Eindrücke meiner neuen Umgebung in mich ein. Allein hier die Lungen zu füllen war wie eine Seelenreinigung. Alles war weiter, größer, heller. Selbst die Sonne schien in einem anderen Licht. Wie klein und fast erbärmlich erschien mir da das Dorf, das ich vor etwa zehn Stunden verlassen hatte.
Mann oh Mann, ich war am Ziel meiner Träume!


Andreas Basedow vom 31. März 2009
... was habe ich da für ein wunderbares Buch über unsere Seefahrt gelesen!!! Herzlichen Dank für die herrliche Lesereise in unsere Vergangenheit! In jeder "freien" Minute begab ich mich an Bord, konnte ich einfach nicht anders! Weil ich mich in manchen Ihrer Erlebnisse doch auch wiederfand - die ersten Schritte an Bord (obwohl es zu unserer Zeit wahrscheinlich etwas lockerer zuging) - Karibik, respektive Cuba - die Reise auf Typ IV nach Ostasien (ich mit der FRIEDEN daselbst) - erstes Schiff nach der Lehre ein Tanker (bei mir wars die BUNA im Golf) - Westafrika, Safi und Dakar (in Dakar wars ja recht gut, aber einmal hatte ich ein unangenehmes Erlebnis und wurde letztendlich von einem einheimischen, gut betuchten Mann aus der Misere gerettet - ja ja, diese Schuhputzerjungen!). Bei diesen weitgehenden Übereinstimmungen moechte ich nur zu gerne Ihr Buch als auch "meinen Seesack" bezeichnen, lieber Horst Sachse. Ostern drücke ich Ihr Buch meiner Mutter in die Hände - mit den Worten, "das ist auch meine Geschichte von der Zeit bei der DSR!" (Bis natürlich auf die Länge Ihrer Fahrenszeit, einem Studium an der IHS und einer weiteren Fahrenszeit - bei mir hätte es die Funkerei werden sollen.)
Beim Lesen Ihrer Geschichten aus dem südlichen Westafrika musste ich wiederum manchmal mit dem Kopf schuetteln: Wie schlecht der Mensch nur ist - aus Egoismus, Raffgier und Machtsucht. Ich lernte Abidjan 1993, Lagos 1996 und Port Harcourt 1996 & 2001 durch meinen gegenwärtigen Job kennen. An Abidjan habe ich gute Erinnerungen und war ganz konsterniert, als vor einiger Zeit ebenfalls Nachrichten über Unruhen in Elfenbeinkueste auftauchten. Aber die Nigerianer schießen ja wohl den Vogel ab! Obwohl es in P.H. 2001 erstaunlicherweise doch recht ordentlich zuging, sogar in den Köpfen der Menschen! Aber wie die Folgejahre zeigten, war das wohl nur ein Lichtblick. Wenn wir Offshore-Ingenieure dort aufkreuzen, werden wir gut abgeschirmt, stets mit Fahrzeugen und verschlossenen Türen bewegt, und die Niederlassungen wie auch die Industrieanlagen sind wie Fort Knox abgesichert. Trotzdem schaffen es diese Idioten, die keinen blassen Schimmer haben, wie sie damit ihrem eigenen Land eigentlich schaden, Leute in ihre Gewalt zu bringen. So, genug davon.
Also, lieber Horst Sachse, ich möchte mich noch einmal sehr bei Ihnen für Ihr schönes Buch bedanken. Ich werde es in großen Ehren halten.
Viele Grüße!
Andreas Basedow
PS: Und anschließend an Ihr Buch habe ich mal die Relation so richtig gewechselt und lese gerade mal ein Buch sogar über die Fischerei. Ich will mich doch einmal auch darüber schlau machen, wie es bei denen zuging.


Kieler Nachrichten vom 23. Februar 2009 – Seekiste
Horst Sachse packte seinen Seesack aus
Unter dem Titel „Jetzt packe ich den Seesack aus“ erzählt der Kieler Autor Horst Sachse über sein Leben als Seemann. Auf 160 Seiten erzählt der Seemann in spannenden Geschichten, was er auf seinen Fahrten erlebt hat. Erschienen ist das Buch zum Preis von 11,90 Euro im verlageinundsiebzig. Die ISBN ist 978-3-928905-66-4. FB

Bernd Wagemeyer, 11. Januar 2009
Liebe Fahrensleute!
Anfang Dezember 2008 besuchte ich zum ersten Mal diese äußerst interessante Seite (www.seeleute.de). Ich war da auf der Suche nach Kpt.Brexendorff. Über Kpt. Horst Sachse ist in der Zwischenzeit der Kontakt hergestellt. Dafür vielen Dank!
Auf diesem Wege wurde ich auf ein Buch von Horst Sachse aufmerksam mit dem Titel: "Jetzt packe ich den Seesack aus", verlageinundsiebzig, Plön, ISBN 978-3-928905-66-4. Ich habe lange nicht mehr so ein flüssig zu lesendes mit humorvollen aber auch nachdenklich stimmenden Eindrücken der Fahrenszeit bei der DSR gespicktes Buch gelesen. Über die Festtage wurde es von meiner Frau und mir "verschlungen". 40 Jahre Seefahrt sind hier sehr lebendig dargestellt. Ich kann es nur wärmstens empfehlen. Für das begonnene neue Jahr wünsche ich allen Seeleuten beste Gesundheit und das alle Wünsche in Erfüllung gehen mögen.
wagemeyer.tespe@t-online.de

Wofgang Wedrich, Halle/Saale – 29. Dezember 2008
..... ein Weihnachtsgeschenk, Ihr schönes Buch,"Jetzt packe ich den Seesack aus", ein Seefahrer erzählt, hat mich inspiriert, Sie zu Ihren Schilderungen in dieser autobiografischen Erzählung zu beglückwünschen. Ich finde Ihren Schreibstil wundervoll, im Bordjargon teilweise und gut zu lesen. Ihre Schilderungen, Ereignisse und Abläufe finde ich treffend und wenn man selbst 10 Jahre in der gleichen Branche tätig war, äußerst verständlich wiedergegeben. Ich freue mich, dass es außer mir noch andere Seefahrer gibt, die ihre "Seekiste" öffnen und daraus ein wenig plaudern.

Rezension von www.leuchttuerme.de – Dezember 2008

»Ein Seefahrer erzählt« von Horst Sachse

»Navigare necesse est!«
Wie herrlich hören sich diese drei Worte doch an! Es klingt wie eine liebliche Melodie. Schließe ich dabei vielleicht auch noch die Augen wie ein Gourmet beim Schlemmen, sehe ich das Meer, weiße Segel, höre den Schlag der Wellen und den Schrei der Möwen. Alles wird weit und unendlich. Freiheit, Abenteuer, fremde Welten! Ich sehe Karthago, Rom und Babylon, die Säulen des Herkules, den Koloss von Rhodos und viel mehr. Abenteuerlust zieht bei diesen drei Worten durch mein kindliches Hirn. Die Phantasie geht mit mir spazieren und Wolke Nummer Sieben ist viel zu klein, dies alles aufzunehmen. Dabei begleiten mich die vielen handelnden Personen in den Büchern unserer Schulbibliothek, die ich mit Freude und Spannung förmlich zerlesen hatte. Da waren sie, die Helden der Seefahrts- und Entdeckungsgeschichte und sie hatten einen großen Stellenwert in meinen Träumen:
Vasco da Gama, Bartholomeo Diaz, Christoph Kolumbus, Abel Tasman, Louis Antoine de Bougainville, Vitus Bering und viele andere berühmte Persönlichkeiten.
In mir hatte sich etwas aufgetan und festgesetzt, was mich einfach nicht mehr loslassen wollte: der Drang, die
Welt zu sehen und vielleicht die Spuren dieser Personen zu kreuzen, deren Lebenswerk mich so sehr faszinierte.
Es hatte mich gepackt ...

Zu lesen unter: http://www.leuchttuerme.de


OZ Ostsee-Zeitung vom 12. November 2008

Leinen los! Juli/August 2008 – Magazin des Deutschen Marinebundes e.V.

E-Mail DSR Seeleute e.V.

Nordeutsche Neueste Nachrichten vom 14. Mai 2008