Luserke, Peter-Michael
Peter-Michael Luserke wurde 1944 in Weißenfels geboren. Aufgewachsen in Berlin-Dahlem, verließ er mit 15 Jahren die Steinerschule, um sich seinen Traum von der Seefahrt zu erfüllen. Er durchlief die Ausbildung bis zum Kapitän z. See in der harten Schule der Handelsmarine, angefangen vom Schiffsjungen über Matrose, Bootsmann, Steuermann.
Aus Gesundheitsgründen musste er seine geliebte See vor einigen Jahren verlassen. Jedoch sieht er sie jeden Tag von seinem Wohnsitz aus, einem 68 Seelendorf bei Kiel ...
Luserke schildert in seinen inzwischen vier Büchern authentisch das Leben an Bord, ungeschminkt in seiner offenen, teilweise brüskierenden Sprache und zeigt ein Spiegelbild des Lebens an Bord, wie er es sah und erlebte in den Jahren zwischen 1959 und 1992.

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Ein Besuch bei Kapitän a. D. Peter-Michael Luserke in Ratjendorf

Nur dreimal Weihnachten bei der Familie verbracht.
Peter-Michael Luserke war ein Seemann aus altem Schrot und Korn. Mit strahlenden „Traumschiffkapitänen“, die beim Captains-Diner allabendlich gepflegte Konversation betreiben, hatte er nichts gemein. „Ich wollte nie Passagierschiffe fahren, sondern zur Handelsmarine“, bekennt der Kapitän aus Leidenschaft. Aus gesundheitlichen Gründen musste er seinen Beruf 1993 aufgeben. Heute lebt der 62-Jährige mit Ehefrau Dorothee in Ratjendorf im Herzen der Probstei. Reisen hinaus in die Welt unternimmt Luserke jetzt gern vom Schreibtisch aus. Vier Bücher hat er über seine spannenden Erlebnisse an Bord und Daheim geschrieben, weitere sind in Planung.
Schon in jungen Jahren steht für Peter-Michael Luserke fest, dass er zur See fahren will. Voller Tatendrang setzt der Berliner Jung’ aus dem Stadtteil Dahlem alles daran, dem ersehnten Ziel näher zu kommen. „Zur Schule hatte ich keinen Bock mehr, immer schlechtere Leistungen waren die Folge“. Schließlich gibt die Mutter dem Drängen ihres Sohnes nach. Er verlässt die Lehranstalt und beginnt mit 15 Jahren eine dreimonatige Ausbildung in der Schiffsjungenschule Elsfleth an der Weser.
Die Erlebnisse, die er anschließend auf seinem ersten Kümo macht, setzen seinem Traum vom „Abenteuer Seefahrt“ einen Dämpfer auf. Von Rendsburg aus sticht er Weihnachten 1959 Richtung Schweden in See. „Die ersten Tage verliefen noch recht positiv, bis das Schiff in seinem Element war und die Seekrankheit mich fürchterlich plagte. Ich wollte den soeben begonnenen Beruf gleich wieder an den Nagel hängen“, schmunzelt Luserke. Nach der Umrundung von Skagen wird die See ruhiger und seine Lebensgeister kehren zurück. Später wird er zum Kapitän avancieren und weltweit fahren. Afrika. Südamerika. Fernost. Wie es damals an Bord von Frachtschiffen zuging? „Das war harte körperliche Knochenarbeit und viel Routine“, meint Luserke und bedauert: „Ich habe meine besten Jahre zwischen 16 und 21 Jahren in einer reinen Männergesellschaft verbracht, mit vier Mann in einer Kabine, ohne Privatsphäre“.
Als Luserke Mitte der Siebziger seine spätere Frau Dorothee kennen lernt, packt den jungen Mann der Ehrgeiz. Er macht, zugegebenermaßen recht spät, seine Patente und steuert den Ehehafen an. Sohn Jörg komplettiert das Glück. Was es heißt, mit einem Seemann verheiratet zu sein, erfährt Dorothee schnell. Etliche Monate des Jahres ist das junge Paar voneinander getrennt. „Normalerweise war ich immer vier bis sechs Monate im Stück weg. Als meine Frau und ich uns gerade drei Jahre kannten, war ich sogar einmal 16 Monate nicht zu Hause“.
Couragiert stellt sich seine Gattin den Herausforderungen einer Seemannsehe, managt Haushalt und Kind und widmet sich einer Aufgabe, die ihren ganzen Einsatz erfordert: Sie kümmert sich um verletzte Tiere. Bald bevölkert ein kleiner Privatzoo das Grundstück der Familie, während Luserke als Kapitän über die Weltmeere schippert. „Meine Frau hat meinen Beruf trotz vieler langer Trennungsphasen und Entbehrungen akzeptiert, weil sie selbst genug um die Ohren hatte. Unsere Ehe funktioniert bis heute“, freut er sich.
Ehefrau gab Anstoß zum Schreiben.
Über 30 Jahre ist die Seefahrt Luserkes Leben. Als er den geliebten Beruf aufgrund von gesundheitlichen Problemen 1993 aufgeben muss, fällt er „in ein tiefes schwarzes Loch“. Doch sein „Ehegespons“ weiß Rat. Als das Paar am Heiligen Abend beieinander sitzt, stellt es fest, dass es nur dreimal das Glück hatte, Weihnachten gemeinsam zu verbringen. „Meine Frau machte den Vorschlag, dass ich all meine Erlebnisse einmal aufschreiben sollte“, schildert Luserke den Start in die Autorentätigkeit. Das Erstlingswerk „Dreizehn Weihnachten auf See“ lässt nicht lange auf sich warten. Luserke erzählt in dem 70 Seiten starken Büchlein authentisch und mit einem Augenzwinkern eine Reihe geglückter und missglückter Weihnachtserlebnisse. Die Bücher „Dreizehn Geschichten aus der Seekiste“, „Dreizehn Kapitänsgeschichten“ und „Dreizehn tierische Geschichten“ folgen.
Was es mit der Zahl 13 auf sich hat, die in allen Buchtiteln vorkommt? Der Autor lacht: „Die 13 ist zu meinem Markenzeichen geworden. Sie ist für mich eine magische Zahl, Seeleute sind eben abergläubisch.“ Und so hat die 13 ihm nicht nur Glück gebracht, sondern auch verloren geglaubten Lebensmut zurückgegeben. Etliche Tage im Jahr ist der Autor auf Lesereise unterwegs, absolviert Fernseh- und Rundfunkauftritte, gibt Interviews, kümmert sich selbst um PR und Vertrieb und ist froh, dass seine amüsanten Seefahrergeschichten im unkompliziertem Stil eine positive Resonanz erfahren. Ob es den früheren Kapitän nicht manchmal wieder hinaus auf das weite Meer zieht? „Nein, Fernweh habe ich nicht. Dieser Abschnitt meines Lebens ist endgültig vorbei“.
Weitere Informationen über den Kapitän und seine Bücher unter www.Luserke.info oder www.verlag71.de.
Silke Bromm- Krieger